Neanderlandsteig – Etappe 4

Wir haben uns für dieses Jahr vorgenommen, den Neanderlandsteig vom Start an zu laufen. Alle 17 Etappen. Zwar kennen wir schon zwei oder drei Etappen, die wir an verschiedenen Wochenenden gelaufen sind, aber Christin hat sich das als „Jahresziel“ gesetzt. Ob wir das schaffen?

Fakten zu Etappe 4: Velbert-Nordrath – Velbert-Nierenhof

Die offiziellen Angaben:

  • Länge: 14,8 km
  • Dauer: 5-5,5 Stunden
  • Schwierigkeit: mittel
  • Höhendifferenz: 285 m Anstieg, 477 m Abstieg

Unsere Angaben:

  • Gelaufen am: 09.05.2021
  • Länge mit allem drum und dran: 14,8 km
  • reine Gehzeit: 1:40 h
  • gesamte Dauer: 2:18 h

Unsere Wanderung

Wir laufen heute eine Doppeletappe. Etappe 3 war nach weniger als 2,5 h erledigt. Jetzt geht es in Nordrath direkt weiter mit Etappe 4. Wir passieren nur wenige Häuser, schon führt uns der Neanderlandsteig wieder durch ein kurzes Waldstück wieder zurück auf offenes Feld. Hier werden wir fast weggeblasen. Leider fehlt hier das offizielle Wanderzeichen. Ein Holzschild zeigt aber eindeutig nach unten. Zum Glück, denn ausgerechnet jetzt fällt das GPS aus. Nach der „Bergankunft“ geht es also direkt wieder runter.

Wir sind gespannt, was uns die Etappe 4 alles bieten will. Haben wir die Felder von Etappe 3 hinter uns? Es soll durch die hügelige Bergische und Elfringhauser Schweiz gehen mit einigen kurzen und knackigen Anstiegen. Außerdem hat Jule die ganze Zeit das Gefühl, diese Etappe schon mal gelaufen zu sein. Auch Christin hat ein Déjà-vu-Erlebnis, erst am Ende einigen wir uns darauf, dass wir die Etappe doch nicht kennen. Aber sie war toll, daher wäre es auch egal gewesen.

Alle Mitwanderer haben wir inzwischen verloren. Wir sind ganz allein unterwegs als wir in ein kurzes Waldstück auf einem Trampelpfad eintauchen. Doch zunächst bleibt es noch zunächst wieder ländlich. Wir passieren Weiden und Felder. Aber es wird tatsächlich hügeliger. Am Deilbach klettert der Weg zwischen zwei Bäumen durch, dann steht man quasi in einer Schafsweide, wo man eine wackelige Baumstammbrücke passieren muss.

Ab jetzt geht’s zurück auf Forstwegen in den Wald, der wunderbar maigrün ist. Zum Reinbeißen! Nach einem weiteren Auf- und Abstieg geht es am Deilbach entlang, wo wir eine sehr ausgiebige Pause machen. Hier ist viel los. Radfahrer, Spaziergänger, Wanderer passieren uns auf unserer Bank.

Nach der Pause führt uns der Deilbach zum Restaurant Schmahl Am Schmalen, das natürlich coronabedingt geschlossen ist. Hier auf der Terrasse hätte man bestimmt gut eine kalte Cola trinken können.

Der Neanderlandsteig geht hier eigentlich über eine Brücke weiter auf den Deilbachweg, aber es geht eine Umleitung wegen Baumfällarbeiten. Allerdings haben wir vorher gut recherchiert, ob die Strecke passierbar ist. Wir wollen es versuchen, das GPS zeigt uns notfalls Ausweichmöglichkeiten, auch wenn die kleine Umwege darstellen. Wir gehen gemütlich am Deilbach entlang und füllen an einer Quelle unsere Trinkflasche mit Filtersystem auf. Bisher haben wir viel getrunken, denn es ist ganz schön warm heute und wir sind nicht sicher, ob die Vorräte reichen.

Der Weg führt uns weg vom Bach, es geht mal wieder durch Felder und ein Waldstück bergauf. An Ende einer Freifläche treffen wir auf das erste Baumfällgebiet. Zwar sind die Wanderzeichen weg und der Wald auch, aber der Weg selbst am nicht mehr vorhandenen Waldsaum entlang bergab ist passierbar.

An Angelteichen geht es bis zur Felderbachstraße. Hier dröhnen uns die Motorradfahrer die Ohren voll. Da der Weg parallel zur Felderbachstraße verläuft, haben wir davon auch noch ein bisschen was.

Endlich biegen wir wieder in den Wald ab und gehen auf eine Spitzkehre zu, die uns auf der andere Seite des Einschnitts wieder zurückschickt. Direkt in der Spitzkehre steht sogar ein Wegweiser. Jetzt ist es nicht mehr weit bis Nierenhof, vielleicht noch 1,5 h. Aber leider hält der Neanderlandsteig noch einen bösen Ansteig für uns bereit. Doch zunächst geht es gemütlich leicht bergab immer dem Waldsaum folgend bis zur Elfringhauser Straße, an der wir kurz entlang laufen müssen. Ein Wanderer sitzt hier in einer Bushaltestelle. Nicht gerade ein schöner Platz für eine Pause. Aber bisher der einzige geschützte Platz. Bänke und Wanderhütten waren bisher Mangelware auf dieser Etappe.

Jetzt wird es nochmals fies. Eine Steigung müssen wir noch nehmen. Allerdings geht es eine Teerstraße in der prallen Sonne hoch. Nicht gerade eine schöne Wegführung. Aber bisher war die Etappe toll, also beißen wir die Zähne zusammen. Zum Glück müssen wir nur bis zur zweiten Spitzkehre, ab da geht es runter von der Straße und erstmal geradeaus. Durchatmen.

2-3 km sind es wohl noch ab hier. Aber laut Höhenprofil geht es jetzt nur noch geradeaus oder sanft runter. Der Weg am Felderbach entlang sollte also gemütlich sein. Und das ist auch dann.

Am Felderbach cachen wir noch ein bisschen und machen auf einem der Bänke, die es hier reichlich gibt, noch eine Pause. Der Weg ist breit und ein typischer, geschotterte Waldweg. Hier kann man es laufen lassen.

Am Felderbach stellen wir fest, dass Corona bei manchen Menschen aus der Not eine Tugend macht. Einige scheinen das Picknick für sich wieder entdeckt zu haben. Überall sitzen Familien auf Decken am Wassersaum und genießen das schöne Wetter und das Leben. Vielleicht ist das ein neuer Trend?

Wir kommen in Nierenhof an. Der Bahnhof liegt auf der anderen Seite der Ortschaft, so dass wir leider an der Durchgangsstraße mit viel Verkehr entlang müssen. Aber das ist jetzt nur noch ein Klacks. Völlig verschwitzt erreichen wir das Auto, das leider in der Sonne steht. Das Thermometer zeigt 27°C!

Eine wunderbare lange und echte anstregende Wanderungen. Beide Etappen zusammmen waren 22,2 km und rund 1.150 hm. Nicht schlecht und das ganze mit einer reinen Gehzeit von fast genau 5 h. Insgesamt haben rund 6,5 h gebraucht. Jetzt wartet eine Dusche auf uns. Durch Sonnencreme und Schweiß können wir uns den Staub von den Beinen pellen. Das gehört allerdings dazu. Unsere Schmutzkruste ist eine Auszeichnung für diesen perfekten (heißen) Wandertag.

Bald geht es auf die nächste Etappe. Nächste Woche wollen wir aber erstmal pausieren. Es steht Himmelfahrt vor der Tür und wir haben unseren ersten „Roadtrip“ mit dem neuen Auto vor. Bin darauf schon sehr gespannt.

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