Wandercachen mit den Wandervögeln – Wald-Wasser-Wolle-Weg (kombiniert mit Tuchmacherweg)

Die Wandervögel sind wieder unterwegs beim Wandercachen! Die Wandervögel, das sind im Moment Micha, Anette, Jule und ich. Ein Wander(geo)cache oder Wander-Multi ist für mich ein Multi, also einer mit mehreren Stationen, dessen Route in der Regel zu Fuß erlaufen wird, welche min. 10 km lang ist und durch schönes Gelände führt. Ob es dazu eine offizielle Definition gibt, weiß ich nicht. Habe ich mich früher eigentlich nie an Multis dieser Länge herangetraut, ist das mit Nekromiko (alias Micha und Anette) kein Problem. Außerdem passen wir vier wandertechnisch gut zusammen. Hier lest ihr also nun Berichte zu den Wandercaches. Die Listings der Geocaches gibt es bei www.geocaching.com.

Am 29.05.2021 funkte mich Micha an, ob wir Lust auf einen weiteren Wandercache hätten. Wir stecken gerade irgendwo zwischen einer Joggingrunde, einem Corona-Test und dem Globetrotter-Einkauf zur Vorbereitung auf unsere Trekkingtour zum Soonwaldsteig und wollten eigentlich deshalb am Sonntag eine Pause oder eine kleine Radtour machen, sagten aber trotzdem zu. Wer weiß im Moment schon, wann man sich das nächste Mal treffen kann/darf.

So trafen wir uns am Sonntag und fuhren zum Startpunkt an der Wuppertalsperre. Jule und ich waren nicht sonderlich gut vorbereitet. Ich hatte sogar ganz mutig meinen neuen Trailrunner-Schuhe an, die ich am Tag zuvor bei Globetrotter gekauft hatte. Die Rucksäcke für den Tag zu packen, war auch nicht einfach gewesen, da bereits einiges in den großen Trekkingrucksäcken oder in Wäschekörben verschwunden war.

Immerhin hatten wir die Bilder vom Listing ausgedruckt. Die Wandercaches vom Bergischen Löwen sind alle ähnlich aufgebaut. Es gibt eine feste Wanderroute, die als GPX-Track vorliegt. Dazu gibt es Fotos, die man entlang dieser Wegstrecke Wegpunkten zuordnen muss. Die Bilder sind mit Zahlen versehen. Addiert man diese korrekt anhand der Bilder, erhält man die Koordinaten für das Final.

Interessant war dieses Mal, dass sich zwei Wandercaches miteinander gleichzeitig machen ließen, da sowohl die Bilder als auch die Stationen identisch waren. Dies führte allerdings gleich bei der ersten Station zu Verwirrung.

Wie immer, wenn man einen solche Multi angeht, muss man sich erst reinfinden. Wenn man dann auch noch zwei gleichzeitig macht, dauert es ein bisschen. Wir waren vom Parkplatz aus noch nicht weit gekommen, da standen wir nach wenigen Metern am See entlang schon an der ersten Station und versuchen herauszufinden, wie das jetzt mit den zwei Multis gleichzeitig geht. Irgendwann hatten wir’s aber, jeder hatte seine Aufgabe und so langsam ging es los.

Und dies waren unsere Aufgaben:

  • GC9A9BH – Bergische Wanderungen: Tuchmacherweg
  • GC972E1 – Bergische Wanderungen: Wald Wasser Wolle Weg

Der Owner Bergische Löwe nutzt für seine Multis bestehende Wanderwege, hier also den Tuchmacherweg und den Wald-Wasser-Wolle-Weg. Diese laufen parallel. Der Unterschied zu unseren Multis war, dass wir die Innenstadt von Radevormwald ausließen.

Doch zunächst ging es leicht bergab, immer am Wasser entlang. Leider ging der Weg über eine zu befahrende Teerstraße, zum Glück waren nur wenige Autos unterwegs und die Fahrer nahmen Rücksicht auf uns Fußgänger.

Kurz darauf kamen wir bei ein paar Häusern von Krebsöge an diesem zauberhaften Rastplatz ein. Der hatte sogar einen Selbstbedienungskiosk, in dem außer ein paar FFP2-Masken nicht viel drin war. Die Schokoriegel waren alle. Und es gab dieses wunderbare Klo. Aber für eine Pause war es zu früh und müssen musste zum Glück auch keiner.

Aber hier führte uns der Weg runter von der Straße und unter Bäumen auf schmalen und breiten Pfaden immer an der Wupper entlang, dem „Amazonas des Bergischen Lands“. Warum die Wupper hier diesen Beinamen trägt, wurde schnell klar, wenn man nach rechts schaute. Überall Wasservögel, Bäume im klaren Wasser, einfach wilde Natur. Hier wurde es stiller um uns, wenn auch einige weitere Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer unterwegs waren. Der Weg führte uns sehr gemütlich fast ohne Steigung immer am Wasser entlang. Am gegenüberliegenden Ufer erhaschten wir immer wieder Blicke auf alte Fabriken.

Die Eisenbahntrasse, die hier liebvoll von einem Verein nach und nach als Draisinenstrecke ausgebaut wird, lief parallel des Weges. Wir unterhielten gut, allerdings behielten wir die Stationen im Blick und konnten zum Glück alle Bilder gut zuordnen.

Micha hatte uns schon angekündigt, dass wir bald einen besonderen Spot treffen würden und zwar ein Gelände mit alten Eisenbahnwaggon und Loks am ehemaligen Bahnhof Dahlhausen. Tatsächlich gerieten wir ins Stauen. Auch der alte Bahnhof war liebevoll restauriert und zu einem Wohnhaus umfunktioniert. Die alte Lok war frisch gestrichen und roch sogar nach Farbe.

Die Wupper machte anschließend eine Schleife um Keilbeck, der wir folgten. Der Weg blieb flach. Wir näherten uns dem nächsten Highlight der Tour: dem Gelände Gelände der ehemaligen Tuchfabrik „Johann Wülfing & Sohn“. Hier befindet sich das Wülfing-Museum und in den alten, aber top restaurierten Fabrikgebäuden haben Gewerbebetriebe ansgesiedelt. Ein fantantasicher Platz für ein Foto-Shooting oder eine Steampunk-Veranstaltung.

Hinter dem Gelände querten wir die Wupper und verließen damit den Fluss. Ab jetzt bergauf nach Radevormwald. Wie Micha angekündigt hatten machten wir auf den nächsten Kilometern die meisten Höhenmeter. Allerdings zwickte der Hunger in unseren Mägen. Die nächste Bank sollte uns sein. Aber wie schon auf unseren letzten Touren zu zweit, war die nächste Bank auf einer Feldkuppe leider besetzt. Doch nur wenige Meter weiter fanden wir im Wald gefällte Bäume, auf die wir uns setzen konnten. Direkt gegenüber war allerdings eine Kahlschlagfläche, die erste heute, aber nicht die letzte. Vom Aufstieg waren wir erhitzt und hier auf der Kuppe zog es ordentlich.

Der Weg im Anschluss war schön abwechslungsreich, jedenfalls nachdem wir den Kahlschlag passiert hatten. Mal durch Wald, mal über Felder, meist Trampelpfade bis wir zum Uelfebad kamen. Zuvor kamen wir an einer weiteren Kahlschlagfläche vorbei. Ein paar Stämme standen jedoch noch. Seht selbst, was sich dort befand:

Obwohl wir gerade eine Pause gemacht hatten, dachten wir das ein Eis sicher noch passen würde. Wir konnten uns zwar nicht auf die Terrasse der Unterste Mühle setzen, wir waren nicht alle getestet, aber die Bedienung war flexibel genug, dass sie uns ein Tablett mit unserer Bestellung gab und wir uns auf die Steine sitzen konnten. Während wie das Eis löffelten schauten wir den ferngelenkten Segelbooten zu.

Hinter dem kleinen See zweigte unser Cache-Weg nun vom Tuchmacherweg ab, der ab hier ins Zentrum von Radevormwald geht und dort endet. Wir hatten am See die letzte Station erreicht und konnte bereits das erste Final ausrechnen. Dies lag jedoch wie vom Owner angekündigt in der Nähe des Parkplatzes.

Wir gingen bergan hoch zum Friedhof. Hinter dem Friedhof ging es nur kurz durch ein Wohngebiet, dass wir aber schnell hinter uns ließen. Ab hier sollte es eigentlich durch Wald bergab bis zum östlichen Zipfel Wuppertalsperre bzw. der Wiebachvorsperre gehen. Der Wald war allerdings nicht mehr da. Schon, aber er lag eher rum.

Hinter dieser riesigen Rodungsfläche ging es auf einem Matschpaf unter einer Art Baumstammbrücke durch, allerdings stellte es sich hinter dieser heraus, dass wir uns ganz umsonst da durchgekämpft hatten. Wir waren falsch abgebogen und hatten unseren Weg verlassen. Zum Glück zeigte das GPS einen Weg über eine Wiese an, so dass wir bald wieder auf dem Track waren.

So gelangten wir gelangten wir bald zurück zur Wuppertalsperre. Der Weg geht nicht, wie ich dachte, immer dicht und damit steigunslos am Ufer entlang, sondern schlängelt sich auch noch über einige Steigungen mal nah, mal fern an der Wuppertalsperre entlang. So konnte wir trotz einiger Anstregung schöne Ausblicke auf das Wasser genießen.

An einem großen Parkplatz hatten wir endlich alle Bilder auf unsere Liste „abgearbeitet“ und konnte die Koordinaten für das Final ausrechnen. Da die Bank am Aussichtspunkt besetzt war, mussten wir mit der Wiese auf dem Hang vorlieb nehmen. Diese niedlichen Ziegen-Kinder im Rücken, rechneten wir und ließen uns die letzten Vorräte schmecken.

Als wir uns sicher waren, dass wir alles beisammen hatten, machten wir uns auf den letzten Kilometer zurück zum Parkplatz und zu den beiden Finals. Die beiden Dosen ließen sich ohne Probleme finden. An beiden waren wir auf der Fahrt schon vorbeigekommen. Es war eine schöne Belohnung für diesen Tag. Ein bisschen müde, aber sehr zufrieden mit diesem Tag und uns selbst, ließen wir uns ins Auto plumsen. Erschöpftes Schweigen erfüllt die Rückfahrt. Obwohl wir nicht mehr viel über diesen Tag sprachen, waren allen eins klar: Das machen wir bald wieder!

Für Jule und mich würde es bald mit einer Streckenwanderung weitergehen. Am Samstag in einer Woche würden wir die ersten Kilometer des Soonwaldsteigs laufen. Bis dahin war noch viel zu tun. Den Bericht darüber lest ihr bald an dieser Stelle!

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