Trekking auf dem Soonwaldsteig – Etappe 2

Vorbemerkung zu Etappe 2

Die ersten 2 km der offiziellen 2. Etappe waren wir bereits am Tag 1 gelaufen. Die zweite Etappe geht vom Parkplatz Schinderhannestränke bis zur Simmerbachtalbrücke. Das sind 13,3 km mit 970 Höhenmetern. Unsere Etappe ging allerdings heute etwa 19 km bis zum Camp Alteburg, kurz vorm Aussichtsturm Alteburg. Wir würden also etwa die Hälfte der 3. Etappe mitnehmen.

06.06.2021: Von der Schmidtburg zum Camp Alteburg

Es war noch früh. Den Wecker hatte ich auf 8 Uhr gestellt, aber ich war vorher wach. Ich schlüpfte aus dem Zelt. Allerdings war ich nicht die erste auf dem Platz. Die Herrentruppe war schon wach, stand an der Mauer und machte gerade Frühstück. Bis ich vom Abenteuerpfad „Klo“ zurückkam, war das erste Zelt schon weg. Aber Jule schlief noch, die nervigen Kinder von gestern zum Glück auch. Also holte ich meinen Rucksack aus dem Zelt und begann schon mal mit dem Frühstück. Das erste Mal Müsli mit Milchpulver. Ich nahm zwei gehäufte Löffel und gab Wasser drauf. Wie mir Jule prophezeiht hatte, klumpte das Zeug fürchterlich. Aber während das Wasser auf dem Kocher langsam heiß wurde, rührte ich langsam, aber stetig und am Ende waren Milch und Tee gleichzeitig fertig. Allerdings musste ich feststellen, dass meine Müslischale zuhause doch etwas größer war, so dass ich immer Müsli nachfüllen musste. Meine geplante Portion habe ich auch nicht geschafft. Ich war noch nicht ganz fertig, da kroch Jule aus dem Zelt. Da konnte ich schon mal einen Kaffee machen. Wir tauschten: Sie bekam die Mauer und ihre Overnight Oats, sie hatte ihre Flocken schon am Abend eingeweicht, und ich bekam das Zelt als Wasch- und Ankleideraum. Waschen im Zelt mit wenig Wasser ist gar nicht so kompliziert. Man füllt etwas Wasser in einen Becher und tunkt eine Ecke vom Handtuch hinein. Damit kann man eine gründliche Katzenwäsche vornehmen. Nur das Anziehen halb im Hocken, halb auf dem Rücken ist eher was für Gelenkige.

Während Jule sich wusch, machte ich am Wasserhahn den Abwasch und kümmerte mich ums Trinkwasser. Damit war ich diese Rutschbahn heute schon dreimal gelaufen. Die Steine waren durch die Nässe furchtbar glitschig. Als ich das letzte Mal zum Zelt zurückging, waren unsere Männer verschwunden. Da diese jetzt offensichtlich etwa eine Stunde Vorsprung hatten und sogar bis Ellerspring laufen würden, würden wir die nicht wiedersehen. Nur die Fußtapsen ihrer schweren Stiefel sahen wir regelmäßig im Matsch.

Jule war schnell gewesen. Das Zelt war schon fast verpackt als ich mit unseren Trinkblasen am Lagerplatz ankam. Jetzt mussten wir nur noch Zähneputzen, dann würden wir wieder unterwegs sein.

Punkt 9:30 Uhr standen wir wieder an der Brücke zur Burg, dieses Mal allerdings mit den mächtigen Mauern im Rücken und waren auf dem Weg zurück zum Soonwaldsteig.

Dieser bot uns heute einen eher sanften Einstieg zum Warmwerden. Zunächst gingen wir dem Flusserlebnispfad folgend durchs Hahnenbachtal. Hier zeugten Spalten im Fels von reger Bergbautätigkeit in der Vergangenheit.

Doch bald ging es mal wieder bergauf bis wir aus dem Wald rausliefen. Hier verpassten wir zum ersten Mal ein Wanderzeichen. Wir gerieten auf einen geteerten Feldweg, was uns komisch vorkam. Aber ein Blick aufs GPS verriet uns, dass wir nicht umkehren mussten, sondern einfach an der nächsten Abzweigung nach links gehen mussten, dann kamen wir wieder auf unseren Weg. An einem Kornfeld, das wir ein Meer wogte, musste ich Jule einmal ablichten. Ein solches Bild hatte sie ihrer Mutter versprochen. Und hier ist es:

Bevor das offene Gelände langweilig werden konnte, waren wir auch schon wieder zurück im Wald. Hier draußen sah man, wie trüb und feucht das Wetter war.

Der Weg stieg stetig an und wir waren auch schon wieder 1,5 h unterwegs, so dass ich meinte, die nächste Bank oder Hütte gehörte mir. Prompt tauchte eine alte Wanderhütte vor uns auf, wo auch noch passenderweise ein Geocache war. Wir streiften die Rucksäcke ab. Da kam ein Jogger daher und meinte, dass das nicht die richtige Hütte sei. Die „andere“ Hütte sei weiter oben. Aber uns war das egal, wir saßen hier und waren froh, dass überhaupt eine Hütte da war – bei dieser Nässe heute. Kurze Zeit später kam eine kleine Wandergruppe vorbei und wies uns ein zweites Mal auf die „andere“ Hütte hin. Jetzt wurden wir doch neugierig und brachen wieder auf.

Nach ein paar hundert Metern hatten wir das Rätsels Lösung: Im vergangenen Jahr war an dieser Stelle tatsächlich eine fantastische Hütte aus Holz gebaut worden. Hütte ist untertrieben. Es war mir ein Schloss. Außen gab es mehrere fantastische Sitzgelegenheiten und innen einen großen Tisch mit Bänken. Sogar eine Schlafmöglichkeit wurde geboten, da ein Zwischenboden eingezogen war. Aber schaut euch am besten diesen Bericht über das Bauwerk an:

Das Gästebuch zeigte, dass hier tatsächlich Leute übernachtet hatten. Da es ja gestern etwa vier Stunden lang geregnet hatte, hatten die Wanderer hier die Nacht verbracht. Ich war ein bisschen neidisch, weil wir unten in der Hütte Pause gemacht hatten und nicht hier, sondern auf der Schmidtburg übernachtet hatten. Aber es half nichts. Unsere Pause war gemacht, die Nacht lag hinter uns. Für uns ging der Weg also weiter. Den Aussichtsturm an der Teufelshütte bestiegen wir nicht. Dazu hatten wir zu matschige Oberschenkel.

Kurz hinter der Teufelshütte begann der wohl spektakulärste Weg, den wir jemals gelaufen waren. Auf der Höhe angekommen ging es über ein Geröllfeld. Zunächst konnten wir kaum glauben, dass uns die Schilder wirklich diese Strecke lang führen wollten. Denn hätten wir diese nicht gesehen, wir hätten nicht geglaubt, dass es hier einen Wanderweg gab. Wir kletterten von Stein zu Stein, immer den Zeichen an den Bäumen folgend. Durch den vielen Regen waren die Steine extrem rutschig und wir kämpften uns mit unseren Stöcken langsam aber unsicher vorwärts. Nach einer gewissen Zeit mitten im Kampf mit dem Untergrund öffnete sich auf einmal der Wald und wir standen in einem Meer voller Steinmännchen.

Damit dachten wir, wir hätten den Geröllkamm hinter uns gelassen, aber tatsächlich ging es noch eine ganze Weile durch diese urige Landschaft. Geröll, Steine, verkrüppelte Eichen und Buchen, dazu der Nebel, die hohe Luftfeuchtigkeit… so etwas hatte ich in Deutschland noch nicht gesehen. Das hatte alles etwas Mythisches, gerade zu verwunschen oder verzaubert.

Doch nach einer ganzen Weile erreichten wir endlich eine Bank, die hinter dem gerölligen Abschnitt lag. Dieser Rastplatz lag in der Nähe des Blickensteins. Jule brauchte eine Pause, ihr tat das Knie weh. Nachdem ich es etwas gelockert hatte, ging ich alleine zum Blickenstein, kletterte herum und machte ein paar Fotos.

Gestärkt nach dieser Pause wagten wir uns an den Abstieg hinunter zum Simmerbach, wo diese Etappe offiziell endete. Allerdings war der Weg kein Weg, sondern ein Fluss. Wir folgten dem Wasser nach unten bzw. das Wasser folgte unserem Wanderweg. Ohne nasse Füße gerade für Jule in ihren Trailrunning-Schuhen ging das nicht ab. Das Wasser hatte den Waldweg bereits bis auf die Steine ausgewaschen. Wo das ganze Wasser hinwollte, offenbahrte sich uns, als wir die Landstraße erreichten und überquerten: zum Simmerbach!

Hier an der Simmerbachtalbrücke begann die eigentliche dritte Etappe. An dieser Stelle kurz ein paar Fakten über die dritte Etappe: Sie geht von der Simmerbachtalbrücke bis zum zur Schutzhütte am Parkplatz Ellerspring. Sie ist 14,9 km lang und überwindet 825 Höhenmeter. Diese sind allerdings höchst ungleichmäßig verteilt. Fast 600 Hm beträgt der Anstieg.

Zum Glück mussten wir nicht mehr die ganzen 15 km zurücklegen. Unser Camp war in der Nähe des Aussichtstum Alteburg, der hier mit 8,5 km ausgeschildert war. Die nächste Pause wollten wir bei der Ruine Koppenstein einlegen. Jule wollte gern noch einen Kaffee trinken. Bei der Ruine sollte eine Schutzhütte sein. Der Rastplatz war in 3,1 km angegeben. In einer dreiviertel Stunde sollte Jule also ihren Kaffee kriegen. Wir hatten keine Ahnung, dass wir von den 600 Hm Anstieg etwa die Hälfte bis zur Hütte zurücklegen mussten.

Zunächst querten wir ganz unbedarft den Fluss, auch wenn die Brücke nur mit ein paar Sprüngen über die Steine zu erreichen waren. Kurz genossen wir den Ausblick auf das tosende Wasser. Dann nahmen wir den Uferpfad, der rasch etwas anstieg. wir sahen zwar die Felswand auf unserer linken Seite und ich hatte Jule vor einem schweren Anstieg gewarnt, aber geglaubt haben wir das erst, als wir um eine Ecke bogen. Da ging es über Stufen weiter. Die erste Stufe war etwa in Kniehöhe. Okay, das war dann wohl doch der Anstieg. In unserer Naivität dachten wir einfach an den Kaffee (in meinem Fall an das Wasser) und begannen den Anstieg. Es gibt hiervon keine Bilder. Wir waren mit Atmen, Beine heben und Stockeinsatz ausreichend beschäftigt. Doch nach einer Zeit, ich habe keine Ahnung wie lange, brachen wir durch die Bäume und waren oben. Es standen auf der Aussichtskanzel Steinbruch Gehlweiler und atmten durch. Geschafft!

Wo war unser Zeichen? Es wies… ne, echt jetzt? … einen Geröllpfad steil bergauf.

Geschafft? Von wegen. Wir waren zwar geschafft, aber wir hatten noch nicht mal ein Drittel der Steigung zurückgelegt. Von uns entgegen kommenden Wanderern erfuhren wir, dass aber bald ein weiterer Aussichtspunkt kommen sollte. Es ging weiter, immer weiter hoch. Und ja, nach einer weiteren Weile, erreichten wir den Aussichtspunkt. Wir hatten gerademal 1,6 km zurückgelegt. Dafür aber etwa 220 Hm. Doch das habe ich erst alles hier zuhause festgestellt.

Endlich Pause? Nein, die Bänke war komplett durch eine laute Familie mit Kindern besetzt. Das war auch nicht die Schutzhütte, die wir ins Auge gefasst hatten. Hier standen nur diese Bänke. Sollte es noch höher gehen?

Doch zunächst konnten wir uns ein bisschen erholen. Der Weg führte uns nun ein bisschen flacher, aber immer noch ansteigend eher parallel zur Höhenlinie auf einem breiten Forstweg und es ging sogar ein bisschen bergab. Plötzlich zeigte unser Wanderzeichen aber einfach nach rechts in den Hang und wir sahen die nächsten Naturstufen, die uns in die Böschung steil bergauf führten. Noch einmal galt es 70 Hm zu überwinden, um nach weiteren 700 m Weg der Ruine Burg Koppenstein auf 538 m über NN gegenüberzustehen. Hier stand nur noch der Aussichtsturm. Von der Ruine selbst haben wir nichts gesehen, was auch daran lag, dass wir den Turm nicht bestiegen. Von einer Schutzhütte auch hier keine Spur. Was sollten wir also tun? Wir entdeckten einen Wegweiser, der nochmals auf die Hütte hinwies. 0,2 km stand da als Entfernungsangabe. Nun. Wir hatten es bis hierher geschafft. Da würden uns weitere 200 m nicht umbringen. Außerdem ging es bergab! Wir erreichten endlich die Hütte, die zwar alt und gammelig war und total nach Lagerfeuer roch, aber so schnell würden wir uns hier nicht wegbewegen. Das waren 3,1 km gewesen. Etwa 300 Hm Anstieg und geschätzt 30 Hm Abstieg. Uff! Wir hatten von 1,5 bis 2 h bis hierher gebraucht. Insgesamt waren wir seit 6 h unterwegs. Der Kaffee war redlich verdient!

Das Schlimmste war geschafft. Aber am Lagerplatz waren wir noch lange nicht. Der Wegweiser, den wir kurz nach unserem Aufbruch passierten, wies den Weg zu Aussichtsturm Alteburg mit 5,5 km aus. Aus meiner Vorbereitung wusste ich, dass wir der Weg zum Camp etwa 800 m davor in den Wald abbog. Wie weit er reinführte, wusste ich aber nicht. 5-6 km hatten wir also sicher noch vor uns. Ich backte kleine Brötchen und rechnete mir eine Ankunft in ca. 2 h im Lager aus. Dann wäre es wohl so 18:30 Uhr. Das würde ich schon noch irgendwie schaffen.

Jetzt ging es jedenfalls erstmal bergab. Nach etwa 800m trafen wir auf einen Picknickplatz an einer Landstraße, der mal wieder voll besetzt war. Von hier konnte wohl man sehr gemütlich zur Ruine aufsteigen. Wir überquerten die Landstraße und folgten zusammen mit dem allgegenwärtigen Wasser einem Pfad bergab. Noch einmal überquerten wir eine Landstraße. Im Graben füllten wir unsere Flasche auf. Das Wasser würden wir für die Katzenwäsche verwenden.

Das sprudelten Wasser bleib unserer Begleiter, auch als wir am Waldsaum an einer Kuhweide vorbeiliefen. Am Ende der Weide ging der Weg nach links zurück in den Wald. Hier hatte sich über den Weg ein breiter Bach gebildet. Wärend ich irgendwie mit meinen Stöcken und Lederschuhen durch das Nass kam, zog Jule die Schuhe aus. Ihre Füße waren eigentlich in den Trailrunning-Schuhen von durchnässt genug und hätte sie gewusst, was uns auf den letzten zwei Kilometern noch blühte, hätte sie diese akrobatische Einlage wohl gelassen. Der breite Forstweg ging sanft bergauf bis wir wieder an einer Landstraße standen.

Hier kam der wohl blödeste Teil des ganzen Soonwaldsteigs. Wir mussten an der Landstraße entlangtapsen. Das Gras stand hoch und war nass, der Straßensaum sehr schmal. So ging es von Leuchtpfosten zu Leuchtpfosten. Zum Glück war kaum Verkehr.

Am Horizont konnten wir eine bewaldete Anhöhe sehen. Dort irgendwo musste schon der Aussichtsturm Alteburg sein. Das Camp konnte also nicht mehr weit sein. Der Weg durch die Wiese stieg natürlich noch einmal an. Doch dann ging es nach rechts in einen schönes Trampelpfad. Doch auch dieser stand stellenweise stark unter Wasser, so dass wir uns an den Him- und Brombeeren – wahlweise auch Brennnesseln – entlang quetschen mussten. Wieder querten wir die Landstraße und tauchten ein letztes Mal in den Wald ab. Ab hier ging es gerade bergauf durch einen Fichtenwald. Der Weg stand eigentlich überall unter Wasser, so dass wir uns stark konzentrieren, die Stöcke zu Hilfe, mehr als einmal den Weg verlassen und in die Tannen gehen mussten. Doch irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit war auch dieses Stück geschafft und wir trafen auf eine Forststraße.

Mein GPS zeigte mir, dass es jetzt nur noch einmal um einen Knick gehen sollte, dann käme der Abzweig. Ab jetzt mussten wir aufpassen, dass wir diesen nicht verpassten. Und tatsächlich: Auf einmal in einer Kurve bog ein mit hohem Gras überwuchteter Trampfelpfad ab. Es war sicherlich nicht ein offizieller Wanderweg, es musste also tatsächlich der Weg zum Camp sein. Ich hatte keine Ahnung, wie weit dieser in den Wald hinein führen würde. Ich wollte nur noch ankommen. Auf einmal sah ich auf der linken Seite eine Art Häuschen. Ja, das war das Klohäuschen. Es konnte also wirklich nicht mehr weit sein. Noch einmal ging es um eine um eine Kurve, dann sahen wir die Feuerstelle mit Bänke aus halben Baumstämmen. Kleine Nummern, die in der Erde steckten, zeigten uns unsere Zeltplätze an. Einen festen hatten wir nicht gemietet, und da wir offensichtlich die einzigen Gäste heute Abend waren, hatten wir freie Auswahl.

Es war 18:08 Uhr. Wir hatten bis hierher 8,5 Stunden gebraucht. Von der letzten Pause oben an der Ruine waren es nicht ganz zwei Stunden gewesen, aber ich hatte gut geschätzt. Statt der versprochenen 19 km, zeigte das GPS jedoch 21,5 km Kein Wunder also, dass wir fix und fertig waren.

Zunächst warfen wir die Rucksäcke auf die an der Feuerstelle bereitgestellten Bänke und hatten gleich die nächste Überraschung. Dort stand eine Holzbox mit Wasserflaschen. Trail Magic! Über dieses Thema hatten wir heute noch gesprochen.

Wir nahmen das Camp in Augenschein und entschieden uns gleich für den ersten Platz. Der war zwar ein bisschen schief und verdammt eng, aber zumindestens hatten wir es nicht weit bis zum Klo und zur Feuerstelle. Jule kümmerte sich wie am vergangenen Abend um den Aufbau und ich ums Essen.

Die Campplätze waren mit Holzschnitzeln als Untergrund zurecht gemacht. Allerdings waren sie alle relativ klein. Mit unserem großen Island-Zelt hätten wir wirklich Probleme bekommen.

Nachdem wir gegessen hatten, versuchte Jule ein Feuer in Gang zu kriegen. Sie hätte gern ihre Schuhe getrocknet, aber das Holz war klatschnass. Wir hatten uns gerade ins Zelt zurückgezogen, ich wollte lesen, als gegen 20:00 Uhr Dirk eintraf. Der kam aus Kirn. Ja, wir waren auch in Kirn gestartet, aber Dirk war dort heute morgen losgelaufen! Der war die zwei schwersten Etappen in einem Rutsch gelaufen. Respekt. Aber er macht sowas wohl fast jedes Wochenende. Für ihn sollte es morgen bis zur Lauschhütte gehen. Nochmals etwa 30 km. Wir wollten das in zwei Etappen teilen. Natürlich hatte auch er nasse Füße. Mit seinem superduper Sturmfeuerzeug brachte er tatsächlich ein Feuer in Gang. Jule setzte sich zu ihm. Beide trockneten ihre Schuhe, während sie sich ins Gespräch vertieften.

Ich war heute nicht in der Stimmung für tiefschürfende Gespräche am Lagerfeuer, daher zog ich mich wieder ins Zelt zurück und las mein Buch. Ich bekam nur noch Bruchstücke der Unterhaltung mit. Später rollte ich mich zusammen und döste weg. Davon, dass Jule in den Schlafsack kroch, hatte ich nichts mehr mitbekommen. Leider aber davon, dass sie mich in dieser Nacht regelmäßig von ihr wegschubste, weil ich auf sie rutschte. Außerdem zwickte meine Hüfte, so dass diese Nacht nicht die beste wurde.

Morgen hatten wir die leichteste Etappe mit den wenigsten Höhenmetern vor uns. Da könnten wir uns ein bisschen erholen. Die schwersten Etappen mit den meisten Höhenmetern lagen hinter, drei volle Wandertage noch vor uns.

Zusammenfassung Tag 2

  • Gelaufen am: 06.06.2021
  • Länge laut GPS: 21,5 km
  • Geschätzte Höhenmeter: 1.550 Hm (Aufstieg 890 Hm, Abstieg 660 Hm)
  • reine Gehzeit: 5:36 h
  • gesamte Dauer: 8:12 h
  • Charakteristik: es bleibt bei viel Wald, viele Trampel- bzw. Naturpfade, anstregende, aber fast mysthische Geröllstrecke, Hammer-Anstieg zur Koppenstein
  • gefundene Geocaches: 1
  • Fazit: Der Soonwaldsteig ist ein echter Steig. Hier ging es regelrecht alpin zu. Die schwerste Etappe mit den steilsten Ansteig, den ich je gegangen bin. Unglaublich abwechslungsreich und schrecklich anstregend.
  • Erkenntnis des Tages von Christin: Trekking könnte doch was für mich sein.
  • Erkenntnis des Tages von Jule: 36° und es wird noch steiler. (frei nach 36grad von 2raumwohnung)

2 Kommentare zu „Trekking auf dem Soonwaldsteig – Etappe 2

  1. Haha, genau auf dieser Etappe hab ich mich auch gewaltig vertan. Dazu kamen noch falsche Schuhe. Eigentlich wollte ich an diesem furchtbar heißen Tag auch bis zum Camp Ellerspring. Aber schlussendlich habe ich die ganze Tour nach dieser Etappe geschmissen.

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