Trekking auf dem Soonwaldsteig – Das große Fazit

Eigentlich wollen wir nicht aufhören zu laufen.

Eigentlich können wir nicht aufhören zu laufen.

Eigentlich könnten wir noch weiter.

Aber…

Der Soonwaldsteig ist in Bingen definitiv zu Ende. Auch wenn wir noch weiterlaufen könnten, auch unser Urlaub ist definitiv zu Ende. Aber stolz kann ich an dieser Stelle schreiben: Unser erster Thruhike ist geschafft.

Ich habe jeden Tag dieser Streckenwanderung sehr ausführlich beschrieben. Da ist nur fair und richtig, dass ich mir jetzt für ein Fazit etwas Zeit und Raum lasse. Zunächst fasse ich nochmals meine Fakten zusammen. Die offiziellen Fakten und Zahlen findet ihr dagegen hier.

Die große Zusammenfassung

  • Gelaufen: 05.06.-09.06.2021
  • Gesamte Länge laut GPS: 93,9 km (offizielle Angabe: 83,8 km)
  • Höhenmeter: 5.430 Hm (Aufstieg 2.650 Hm, Abstieg 2.770 Hm)
  • Gesamte Gehzeit: 23:18 h
  • Gesamte Dauer: 32:15 h
  • Charakteristik: Der Soonwaldsteig hat alles, was ein Premiumwanderweg braucht. Eine perfekte Ausschilderung, eine super abwechslungsreiche Strecke, viel Wald, großartige Fernsichten, eine gehörige Portion Abenteuer und echt klasse Trekking-Camps.
  • gefundene Geocaches: 7
  • Erkenntnis des Steigs von Christin: Was ein wahres Abenteuer ist, entscheide ich selbst – und der Weg.
  • Erkenntnis des Steigs von Jule: Wanderbares Deutschland at its best, anspruchsvoll, aber wunderschön.

Was bleibt?

Was bleibt ist dieses Gefühl, dass man nicht aufhören kann mit dem Laufen. Ich finde das erstaunlich, denn wir waren ja nur 5 Tage unterwegs. Dies hier war schließlich keine mehrwöchige Pilgerreise, sondern der Soonwaldsteig.

Man steht man am Auto, wechselt die Schuhe, schmeißt die Rucksäcke in den Kofferraum und doch schaut man sich um und alles kommt einem surreal vor. Zurück in der Stadt, überall hasten Menschen und Autos an einem vorbei. Eben noch im Wald, jetzt zurück der Showbühne des Lebens.

Auf unserer Wanderung ging es nur ums Laufen, Essen, Schlafen. Und um Zecken vielleicht noch. Aber sonst brauchten wir uns nur um uns selbst zu kümmern. Die Frage, wo wir ausreichend Wasser und gleichzeitig trockene Füße herbekommen, trieb uns an. Sonst gab es keine Chefs, keine To-Do-Listen, kein Haushalt. Man ist noch nicht wieder richtig im normalen Leben angekommen, da kommt sie schon, die Sehnsucht nach dem Weg, nach den Wandern.

Das große Fazit

Bevor ich jetzt endgültig ins Philosophieren abtriffte, hier kommt jetzt das große Fazit dieser Wanderung. Ich will es kurz mit vier Buchstaben ausdrücken:

Geil!

Wir sind bereits die südliche Hälfte des Rothaarsteigs gelaufen, haben einen Teil des Rheinsteigs absolviert. Den Harzer Hexenstieg sind wir komplett durchgelaufen, aber mit Hotels und Gepäcktransport. Aber das hier das war echt eine Nummer krasser:

Mit Zelt auf dem Buckel, immer auf der Suche nach Wasser, der hammerschwere Aufstieg zur Koppenstein, die echt wunderschönen Begegnungen mit unseren Mitwandereren – das war einfach nur geil und macht Lust auf mehr!

Wie es weiter geht

Wir werden also so schnell unsere Wanderschuhe nicht an den Nagel hängen, sondern bald weiterlaufen. Denn die Sehnsucht nach dem „Raus“ ist ungebrochen. Es dauerte entsprechend nur wenige Tage, nachdem wir wieder zuhause waren, da fingen wir an, über den Schluchtensteig zu recherchieren. Den hatte Jule noch auf der Lauschhütte vorgeschlagen. Wir werden in der ersten Augustwoche tatsächlich unseren nächsten Steig, dieses Mal im Südschwarzwald, laufen. Das ist bereits fest. Natürlich werdet ihr auch wie immer an dieser Stelle einen ausführlichen Bericht über diese Streckenwanderung erhalten.

Ein letztes Wort zur Ausrüstung

Allerdings haben wir gemerkt, dass es noch einiges an unserer Ausrüstung zu verbessern gibt.

Martin hatte uns den Tipp gegeben, zunächst mal alles das wegzulassen, was wir auf dieser Wanderung nicht angefasst hatten. Bei mir war nur mein Schlauchschal und das Wund-Desinfektionsspray. Allerdings sind das zwei Teile, die ich auch wieder mitschleppen würde und dabei hoffen, dass ich das Desinfektionsspray auch zukünftig nicht brauchen werde. Ich hatte die Befürchtung, dass wir das Klopapier und das Feuerzeug nicht brauchen würden. Aber am Ende hatten wir gar sogar dies fast vollständig aufgebraucht. Ich hatte noch eine Portion Müsli übrig. Hier kann ich zukünftig kleinere Portionen einpacken. Sonst hatten wir unser Essen vollständig aufgebraucht. Das hatten wir ziemlich gut geplant. Trotzdem können wir wohl noch Gewicht einsparen. Allerdings müssen wir wohl da nach und nach neue Ausrüstung kaufen.

Das erste, wonach ich mich umschauen werde, ist ein leichterer Rucksack. Da habe ich schon ein Modell im Auge. Aber die ultraleichten Rucksäcke sind wirklich teuer. Da muss ich wohl ein bisschen daraufhin sparen.

Außerdem muss ich mal schauen, wie ich das zukünftig mit meinem Jacken mache. Meine Regenjacke ist einfach auch unglaublich schwer. Hier schwanke ich noch zwischen einem neuen 3- oder 2,5-lagigen Modell. Aber das kommt wohl nach und nach.

Der Schluchtensteig wird uns nicht so viel abverlangen, da hier immer wieder Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten passiert werden. Außerdem müssen wir teilweise auf feste Übernachtungen zurückgreifen. Also brauchen wir nicht so viel Essen mitnehmen.

Das wirklich letzte Wort

Ich danke an dieser Stelle allen unsere Mitwanderern für die tolle Zeit, für die vielen Tipps, für den Austauch und die schönen Lagerfeuergeschichten. Wir freuen uns jetzt schon auf den Schluchtensteig. Die Latte liegt natürlich hoch. Jetzt geht es aber erstmal ins Münsterland. Ihr lest bald von uns.

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