Steampunk-Alchimistin

An dieser Stelle möchte ich euch einige meiner Steampunk-Sets zeigen, die ich für mich selbst oder meine bessere Hälfte genäht habe.

Den Anfang macht mein Alchimistin-Kombi. Diese habe ich mir Ende 2019 genäht, nachdem Jule mich mit Karten für die Chroniken von Mythodea, einer größeren LARP-Veranstaltung, überraschte, die im Mai 2020 stattfinden sollten. Die Karten haben wir immer noch. Aber die Klamotten sind fertig und zumindest zweimal durfte ich sie austragen. Prämiere hatte das Set auf der Weltenwerker-Convention Anfang 2020 in Gießen. Nur wenige Tage später ging Deutschland in den ersten Lockdown. Da es zu dieser Zeit noch recht kalt war, habe ich auch einen passenden Mantel genäht. Das zweite Mal habe ich die Kombi zum Fotoshooting in den BUGA-Gärten in Düsseldorf getragen. Immer wieder eine tolle Location für Fotos.

Das Unterkleid

Das Unterkleid ist mein ältestes Mittelalter-Unterkleid aus Wäscheleinen. Das muss so rund 20 Jahre alt sein. Die Ränder und Säume waren schon ziemlich mürde. Zunächst habe ich es mit Simplicol in der Waschmaschine eingefärbt und anschließend die Ärmel- und Kragensäume mit Schrägband neu eingefasst. Daher hat das Kleid auch den klassichen Schlüssellochausschnitt. Dieser wird mit einer Brosche geschlossen, die ich auf dem Antik-Markt in Hannover gefunden habe.

Der Rock

Der Rock ist ebenfalls aus festem, robusten Leinen genäht. Das habe ich vom Flohmarkt erstanden. Die Passe und der Bund sind aus Leinenhandtüchern genäht. Das Schnittmuster habe ich von Simplicity 7532 übernommen, aber deutlich abgewandelt. Leider war mit der Rock beim ersten Versuch zu eng. Da musste ich die Passe nochmals abtrennen und ein Stück einsetzen. Die Stoffe habe ich vorher ebenfalls mit Simplicol eingefärbt. Es war eine Doppelfärbung aus Pink und Türkis. Die Stoffe haben die Farbe unterschiedlich angenommen, aber es passt sehr gut zusammen.

Das Korsett

Das Korsett beruht ebenfalls auf Simplicity 7532, wurde von mir aber auch überarbeitet. Das Schnittmuster sieht einen Reißverschluss auf dem Rücken vor, während ich vorne eine Korsettschließe eingebaut habe. Auch musste ich den Schnitt deutlich anpassen, da ich leider nicht eine Modelfigur habe. Verwendet habe ich einen bedruckten Baumwollstoff. Auch als Innenfutter habe ich Baumwolle verwendet. Nächstes Mal würde ich weitere Änderungen vornehmen, denn ich bin mit der Passform noch nicht zufrieden.

Der Mantel

Schon wieder geklaut aus Simplicity 7532. Allerdings habe ich die Front abgewandelt und die Ärmel weggelassen. Der braune Stoff außen ist ein alter Vorhangstoff, irgendein Leinen/Baumwoll-Gemisch. Innen blitzt als Futter der Korsettstoff hervor. Auf die Tasche habe ich ein Drahtgeflecht aufgenäht, dass ich auf einem Weihnachtsmarkt gefunden habe. Die Druckknöpfe sind sehr praktisch, dadurch lässt sich der Mantel schnell an- und ausziehen.

Der Hut

Das Schnittmuster für den Hut habe ich irgendwo im Internet gefunden. Leider habe ich die Quelle nicht mehr rekonstruieren können. Auch der ist komplett selbst genäht und gestaltet. Als Alchimistin habe ich die Möglichkeit, kleine Trankfläschen am Hut zu befestigen. Dadurch bekommt er allerdings etwas Schlagseite, weshalb ich ein Band angenäht habe, das den Hut am Hinterkopf fixiert. Die andere Seite ziert ein Federemsemble und zwei gerollte Papierseiten. Diese zwei Seiten sind tatsächlich ca. 150 Jahre alt und stammen aus alten Akten, die vernichtet werden sollten. Der Hut ist außerdem ein bisschen eng. Nächstes Mal mache ich ihn 5 mm weiter.

Der warme Mantel

Für kalte Tage ich habe noch einen dickeren Mantel aus einem Woll-Synthetic-Gemisch genäht. Grundlage war ein alter Burda-Schnitt, den ich vor Ewigkeiten mal gekauft hatte. Richtig viel Arbeit waren die Schlaufen einzu- und die Knöpfe dazu passend anzunähen. Die sind fast alle übrigens aus dem Kreativregal der Stadtbücherei Erkrath. Ich musste nur zwei zukaufen. Es dauert allerdings ewig, den Mantel an- und wieder auszuziehen. Die Rüschen stammen von einem Rock, den ich auf dem Flohmarkt gekauft habe. Für kalte Tage gibt’s ein paar braune Handschuhe dazu und einen Schal, der bei Jule im Schrank schlummerte.

Weitere Accessoires

Die große Hebammen-Ledertasche habe ich bei Ebay-Kleinanzeigen gefunden. Da passt mein ganzer Heiler- und Alchimistenkram rein. Außerdem habe ich ein „Rezeptbuch“, dessen Hülle mit Edelsteinen verziert ist. Um ein bisschen schlauer auszusehen, habe ich mir noch eine blaue Brille besorgt. Allerdings macht mir die ziemlich zu schaffen, da ich Brilletragen im Alltag überhaupt nicht gewohnt bin. Ohne Taschenuhr geht natürlich eine Steampunkerin nicht aus dem Haus. Falls ich mir mal im Labor die Hände schmutzig mache, habe ich eine kleine Schürze genäht, ebenfalls aus eingefärbten Leinenhandtüchern, die ich über den Rock binden kann.

Damit sollte ich für das nächste LARP gut gerüstet sein. Drückt mir die Daumen, dass es bald wieder losgehen kann.

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