Ein Blick zurück – ein Blick nach vorn

Eigentlich richtet man beim Wandern seinen Blick oft weder vor noch zurück, sondern meist nur auf den Weg, der genau vor einem liegt. Auf diese Weise läuft man immer vorwärts. Jeder Kilometer, jeder Auf-, jeder Abstieg wird so zum nächsten Schritt reduziert und verliert daher seine Größe. So kann ich eine Wanderung bewältigen.

Aber oftmals hilft es auch den Kopf zu heben und zurückzuschauen. Der Blick von einem Berg zurück aufs Tal kann einem vorführen, was man schon geschafft hat. Die Aussicht auf die Landschaft kann einen vor Gottes großartiger Schöpfung Natur demütig werden und einen die Dankbarkeit spüren lassen, dass man hier herumlaufen darf. Manchmal blickt man auch zurück auf einen steilen Abhang und ist dankbar, dass man Wanderstöcke dabei hatte und deshalb da heil hinunter gekommen ist. Der Blick zurück kann aber auch auf eine schier endlose Forststraße gehen, die schnurgerade durch eine Fichtenmonokultur geht. Dann erinnert man sich kaum daran, dass man diesen Weg gerade gegangen ist. Denn die Gedanken waren völlig frei und irgendwo in den Wolken. Der Blick zurück ist also wichtig.

Wichtig ist aber auch die Blick nach vorn, auf das nächste Wanderzeichen, den nächsten Wegweiser, die Serpentinen, die ins Tal führen, den Trampelpfad, der mich hoch zum Gipfel bringt – sie alle zeigen uns, dass der Weg das Ziel ist und ans Ziel führt. Der Blick nach vorn kann uns anspornen, dann, wenn man die Häuser von dem Ort sieht, wo die nächste Unterkunft liegt – oder er kann uns demotivieren, wenn nach jede Menge Höhen- und Kilometern der Wegweiser immer noch 10 km zum Tagesziel ausweist.

Wichtig ist der Blick in mich selbst. Wie fühle ich mich? Habe ich Hunger? Brauche ich eine Pause? Ist mir zu warm? Scheuert irgendwo was? Wenn ich diese Fragen für mich beantwortet habe, kommt irgendwann die viel tiefere Frage: Warum tue ich mir das an? Warum laufe ich überhaupt? Und ich muss gestehen, dass ich die letzte Frage, warum ich wandern gehe, nicht abschließend beantworten kann.

Also, blicke ich jetzt erstmal zurück, genieße die Aussicht, sehe, was ich bereits geschafft. Erst dann widme ich mich dem, was vor mir liegt.

Ein Blick zurück – 2021

Ich schreibe also meinen ersten Jahresrückblick für diesen Blog. Dabei ist es eigentlich ein 8-Monatsrückblick, denn angefangen hat alles am 25.04.2021. Da ging der erste Blogbeitrag online. Insgesamt waren es 79 Beiträge! 3 davon hat Julia geschrieben, bleiben 76 für mich. Ich wusste gar nicht, dass ich soviel schreiben kann.

Die großen Themen waren natürlich unsere Wanderungen, aber auch viele Fotos, die Jule gemacht hat, habe ich hier präsentiert.

  • Mein Lieblingsblogbeitrag? Kann ich tatsächlich nicht sagen. Pickte ich einen heraus, täte ich 78 Beiträgen damit unrecht.
  • Meine Lieblingswanderung? Ebenfalls eine schwierige Frage. Fast alle Wanderungen hatten etwas. Aber wenn ich mich entscheiden muss, ist es der Schluchtensteig. Vor allem, weil ich da auf eine Leistung zurückblicke, auf die ich echt stolz bin: 36 km in 12 h mit über 2.300 Hm.
  • Mein Lieblingsbild/foto? Hier fällt die Entscheidung leicht: „Vorsicht, Frettchen!“ Seht es euch selbst an!

Hier ein paar meiner liebsten Bilder 2021:

Ein Blick nach vorn – 2022

Ein paar Beiträge habe ich schon zusammengestellt. Aber ich merke, dass zwei Beiträge pro Woche doch ein bisschen viel sind. Ich werde jetzt mal schauen, ob ich mit einem Beitrag in der Woche besser klarkomme. Denn sind wir mal ganz ehrlich: Der Blog war ein Projekt gegen die Corona-Langeweile. Zwar ist noch Corona, aber es ist nicht mehr sooo langweilig. Ich freue mich sehr, dass doch mittlerweile wieder Veranstaltungen stattfinden und einfach wieder viel mehr Leben geht. Daher ist es für mich völlig okay, dass der Blog etwas zurückstehen muss.

Aber wass haben wir konkret vor. Ein paar Pläne gibt es doch.

  • Im März steht unsere nächste Fernreise an. Wohin, wird noch nicht verraten. Aber drückt bitte alle die Daumen, dass wir sie antreten können.
  • Im Frühjahr: Hier stehen noch ein paar Etappen vom Neanderlandsteig aus. Die können wir gut als Trainung für Juni gebrauchen. Denn…
  • Im Juni wollen wir zu unserer ersten Pilgerwanderung aufbrechen. Von der Haustür bis nach Trier. Bis dahin muss Julias Knie wieder heil sein. Auch hier gilt: Bitte weiter Daumen drücken.

Ansonsten freut euch auf weitere Island-Berichte, viele Fotos und ein paar neue Bastelprojekte…

Also, blickt nach vorn! Uns allen ein gutes 2022! Prost Neujahr!

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