Praxistest Trailrunning Schuhe

Sind Trailrunning Schuhe wirklich nur zum Trailrunning? Jule würde diese Frage ganz klar mit „Nein“ beantworten. Jule hat sich bereits vor ein paar Jahren Trailrunning Schuhe gekauft. Im letzten Winter sind wir regelmäßig im Hildener Forst joggen gewesen. Jule mit ihren Trailrunnigschuhen, ich dagegen mit Barfußschuhen. Erst kürzlich habe ich mir ebenfalls ein paar Trailrunner zugelegt. Daher ist es Zeit für einen Praxistest. Bei diesem Test geht es nicht um die Vorzüge verschiedener Modell und Marken, ich habe bisher nur ein Paar, mit dem ich laufe. Viel mehr möchte ich die verschiedenen Anwendungsfälle aufzeigen und wie ich persönlich damit klarkomme. Für alle, die es aber genau wissen wollen: Jule trägt ein Clouventure von On, jetzt hat sie einen Cloudultra ebenfalls von On, ich habe einen Torrent von Hoka One One.

Was sind Trailrunners?

Trailrunning Schuhe sind eigentlich Joggingschuhe für Gelände. Sie haben daher typische Eigentlichschaften von Laufschuhen (gute Belüftung, geringes Gewicht, gute Dämpfung etc.) Und sie haben eine griffige Sohle, die auf unwegsamen Untergründen gut klarkommt. Sollen sie wasserdicht sein, haben die Schuhe zusätzlich eine entsprechende Membran. Manche Leute benutzen aber auch wasserdichte Socken, um z.B. beim Durchqueren feuchten Wiesen oder kleinere Bäche, trockene Füße zu behalten.

Trailrunners als Wanderschuhe

Laufschuhe als Wanderschuhe einzusetzen, klingt erstmal komisch. Allerdings schwören gerade die Ultraleicht-Hiker und Fernwanderer seit viele Jahren auf diese Art der Schuhe, weil sie nicht nur deutlich leichter sind als Wanderstiefel, sondern auch viel Grip haben. Auf viele europäischen (Fern-)Wanderwegen sind Wanderstiefel eher „over the top“, wenn man nicht gerade im weglosen Hochgebirge unterwegs ist. Es macht schon einen Unterschied, ob man mit jedem Schritt 670 g pro Fuß hebt (Jules Paar Lowa Mauria wiegt 1.340 g) oder 245 g (Jules Paar On Cloudultra wiegt 490 g). Bei unserer letzten Wanderung von ca. 15 km kamen etwa 20.000 Schritte zusammen. Die Wanderung am Rhein entlang hatte quasi keine Steigung. Mit einem Wanderstiefel hebt man mit den Füßen etwa 13 t (Tonnen!). Mit einem Paar Trailrunners sind es „nur“ 2,5 t. Es ist offensichtlich, dass man sich mit Wanderstiefeln die Wanderung also ziemlich schwer macht.

Meine erste Wanderung mit Trailrunnigschuhen war ein abgewandelter Bergischer Streifzug: Der Wald-Wasser-Wolle-Weg. Obwohl ich die Schuhe bereits für den Soonwaldsteig gekauft hatte, habe ich mich nicht getraut diese Schuhe ohne vorherigen Test auf einer Streckenwanderung von 95 km einzulaufen. Außerdem liebe ich meine leichten Wanderstiefel. Und für den Soonwaldsteig war das auch keine schlechte Wahl.

Mittlerweile habe ich einige Wanderungen mit meinen neuen Schuhen zurückgelegt.

Für normales Gelände, also Feld-, Wald-, Forstweg, Teer und Schotter, sowie schmale, oft matschige Trampelpfade durch Feld, Wald und Wiese sind die Dinger super geeignet. Durch die griffige Sohle hat man auf jedem Untergrund guten Halt. Da das die Hauptuntergründe bei Wanderungen in unseren Breiten sind, laufe ich nur noch in Ausnahmefällen mit Wanderschuhen/-stiefeln. Mein Eindruck ist, dass gerade auf Teer die Trailrunning-Schuhe den Wanderstiefeln sogar deutlich überlegen sind, da man besser abrollen kann. Selbst auf einer Geröllhalde auf dem Soonwaldsteig ist Jule gut klargekommen.

Auch brauche ich nicht vor der Wanderung die Schuhe wechseln. Ich kann in Wanderstiefeln kaum richtig Autofahren. Auch langes Sitzen in öffentlichen Verkehrmittel in Wanderschuhen finden meine Füße nicht so gut. Die Dinger sind halt zum Laufen gemacht. Mit Trailrunnern habe ich das Problem nicht. Also brauche ich keine Zusatzschuhe mitnehmen.

Natürlich hat man keinen hohen Stiefelschaft, der das Fußgelenk stützt. Die Gefahr des Umknickens mag erhöht sein, aber meiner Ansicht nach ist das Trainingsfrage. Mit einem gut trainierten Fußgelenk und einem ausgeprägten Gleichgewichtssinn, bringt einen auch eine schwierige Wegstrecke nicht so leicht zu Fall. Wichtig ist allerdings, dass auch das Gewicht des Rucksacks zu den Schuhen passt. Bei einem schweren Trekkingrucksack von über 20 kg würde ich immer einen Schuhe mit mehr Stabilität wählen. Auf dem Schluchtensteig hatten wir unter 10 kg auf dem Rücken. Das geht mit Trailrunners problemlos.

Der Stiefelschaft eines Wanderschuhs schützt nicht nur vor dem Umknicken, sondern möglicherweise auch vor dem Eindringen kleiner Steinchen. Das kann ich nicht bestätigen. Auf dem Schulchtensteig hatte ich ständig feine Schottersteine in meinen Wanderstiefeln. Zu meinen Trailrunners habe ich mir jetzt ein paar Gamaschen besorgt. Ein erster Test zeigte, dass ich nicht ein Steinchen im Schuhe gefunden habe.

Zugegeben: Nach der ersten Wanderung von 20 km hat mein Fußgewölbe geschmerzt. Doch wer kennt das nicht? Dass einem die Füße in neuen Schuhen schon mal weg tun?! Bei den Trailrunners werden meine Fußmuskeln in anderer Art gefordert als das bei Wanderstiefeln der Fall ist. Das gibt sich aber schnell, wenn man die Schuhe öfters trägt. Dafür habe ich überhaupt keine Druckstellen, wie es in Wanderschuhen oft vorkommt. Außerdem ist der Fuß sehr gut belüftet. Bei mir ist das ein wichtiger Faktor, da ich zu Schweißfüßen neige. Meine Socken sind sonst in der Regel von innen feucht. Das war bei dieser Wanderung nicht der Fall.

Trailrunners als Fahrradschuhe

Trailrunners beim Fahrradfahren? Das klingt jetzt ebenfalls vielleicht ein bisschen merkwürdig. Aber ich fahre regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit und ich habe meine Schuhe dabei sogleich ausprobiert. Ich war sofort begeistert. Durch die Stollenform kann man sich richtig in die Pedale einklinken, so dass meinen sicheren Halt auf dem Pedal bekommt. Man kann richtig fest treten, ohne die Gefahr abzurutschen. Durch das Mesh-Gewebe kommt unglaublich viel Fahrtwind an den Fuß, so dass man keine Käsefüße bekommt. Bei längeren Fahrradtouren sind die Trailrunners meine neuen Fahrradschuhe geworden. Ich habe sie den kompletten Fahrradurlaub im Münsterland getragen und bin damit wirklich gut gefahren.

Natürlich gibt es auch hier einen Nachteil: Durch das Mesh-Gewebe werden die Füße bei Regen schnell nass. Das werden sie bei meinen anderen Schuhen aber auch. Entweder man verwendet Trailrunners mit einer wasserdichten Membran oder zieht sich Fahrradgamaschen über, was ich bevorzuge. Ich habe welche für solche Gelegenheiten immer im Rucksack.

Also: Fahrradtouren nur noch mit Trailrunnig-Schuhen.

Trailrunners als Alltagsschuhe

Nicht wenige Menschen tragen im Alltag einen Turnschuhe. Es gibt sie in vielen schicken Modellen. Also warum nicht Trailrunnigschuhe im Alltag tragen?

Ich bin bei der Arbeit tatsächlich viel auf den Beinen. Ich arbeite in einer Bücherei mit Teppichboden und laufe beim Arbeiten durchaus mal 6000 bis 8000 Schritte. Da sind bequeme Schuhe ein Muss. Leider verträgt sich der Teppich nicht mit dem griffigen Profil meiner Trailrunningschuhe. Während sich der Schuh so richtig schön im matschigen Waldbogen oder auf Steinen festkrallen kann, hat er mich auf dem Teppich genau deshalb schon ins Stolpern gebracht. Und: Wie viele andere Turnschuhe mit Gummisohlen quietschen meine Schuhe auf PVC und Linoleum. Das ist auch nicht so schön.

Bin ich allerdings im Dorf oder in der Stadt ist das dagegen kein Problem. Jule zieht ihre Schuhe regelmäßig als normale Straßenschuhe zum Einkaufen an. Da sind es wirklich gute „Lauf“-Schuhe. Bequem, schön weit und gut belüftet.

Trailrunners als Joggingschuhe

Trailrunners sind zum „Running“ also zum Laufen gemacht. Hier sollten sie ihre Stärken ausspielen. Das mag zu 100% für Jule gelten. Wir sind viel im Wald auf Schotter und unbefestigten Wegen Joggen gewesen und Jule liebt ihre Schuhe dabei. Dafür sind diese Schuhe gemacht! Der Grip, die Dämpfung, das Abrollverhalten. Alles perfekt. Einen besseren Joggingschuhe gibt es für sie nicht.

Leider trifft das nicht auf mich zu. Ich habe schon zig Laufschuhe zum Joggen probiert. Und am Ende bin ich bei Barfußschuhen gelandet. In denen kann ich sogar nach 18 km auf dem Wildnistrail abends noch joggen gehen. Daher habe ich mir die Schuhe auch nicht zum Laufen gekauft, sondern zum Wandern. Zum Wandern habe ich tatsächlich zu den Trailrunners gewechselt. Beim Laufen bleibe ich bei meinen Barfußschuhen.

Mein Fazit

Trailrunners sind die idealen Wanderschuhe für alle Wege in den gemäßigten Breiten. Das Fußklima ist genial. Druckstellen habe ich keine. Und bereits der Gedanken, dass man keinen Klotz von 800 g an jedem Fuß hat, lässt einen federleicht laufen. Auch auf einer Fahrradtour möchte keine anderen Schuhe mehr anziehen. Nur im Büro bleibe ich doch gern bei meinen „normalen“ Schuhen.

Ich kann euch also nur raten, Trailrunningschuhe einmal auszuprobieren. Je nach Marke und Modell ist ein Paar gar nicht so teuer. Ich habe allerdings beim Anprobieren viele Anläufe gebraucht, bis „mein“ Paar dabei war. Eine gute Beratung ist hier genauso wichtig wie bei jedem anderen Schuhkauf. Jeder muss sich in seinen Schuhen wohlfühlen. Ob Wanderstiefel, Wanderschuhe oder Trailrunners.

Beten mit den Füßen – Vom Pilgern I

Und manchmal bin ich nur mir selbst begegnet.

Beitrag: He tangata – It is people

Ich bin schon oft allein gewandert oder verreist, denn ich komme ganz gut mit mir klar und bin sowieso eher ein Einzelgänger. Doch bin ich auch ein spiritueller Mensch. Ich bin gläubiger Christ. „Gott, der Vater, sein eingeborener Sohn und der Heilige Geist“ sind für mich nicht nur Worte aus dem mühevoll zur Konfirmation auswendig gelernten Glaubsbekenntnis, sondern Teil meinen täglichen Lebens. Was liegt für mich als begeisterte Wanderin näher, als den Glauben mit dem Wandern zu verbinden. Dann nennt man es pilgern.

Jule und ich haben uns außerdem vorgenommen, den Jakobsweg bis nach Spanien zu pilgern. Für dieses Jahr haben wir uns die Strecke von der Haustür über Köln und die Eifel bis nach Trier vorgenommen. Als kleine Vorbereitung möchte ich in diesem Beitrag mit euch ein paar Gedanken und Erlebnisse zum Thema Pilgern teilen.

Pilgern ohne „richtigen“ Pilgerweg

Pilgern ist eine Kopfsache, eine Sache der richtigen Einstellung und nicht des „richtigen“ Pilgerwegs. Man kann auf jeder Wanderung pilgern. Pilgern hat damit zu tun, ob ich bereit bin, mit Gott ins Gespräch zu kommen. Dazu brauche ich keinen extra als Pilgerweg ausgewiesenen Weg, der mit Bildtafeln mit anregenden Zitaten gespickt ist. Das kann helfen – muss es aber nicht.

Mein erstes Pilgererlebnis hatte ich in der Lüneburger Heide. Ich hatte mich für ein paar Tage in einem schnuckeligen Heidehotel in der Nähe von Hermannsburg eingemietet. Von dort bin ich zu verschiedenen Wanderungen in der Südheide aufgebrochen. Obwohl ich den ganzen Tag bereits unterwegs gewesen war, hatte ich nach dem Abendessen das Gefühlt, ich müsste nochmals raus. Ich bin einfach losgelaufen. Beim Laufen fing ich an zu beten und dankte Gott für den Tag und für alles. Als ich am Waldrand im Abendlicht eine Sommerwiese sah, da hat Gott mich geküsst. Ich war so unglaublich dankbar für die Schöpfung und fühlte mich in diesem Moment wirklich geliebt. Das Gefühl war so groß, dass mir die Tränen die Wangen hinunterliefen und ich mich auf den sandigen Weg kniete. Ich war so erfüllt, das ich dann einfach weitergelaufen bin. Ich befand mich sowieso bereits auf einem ausgeschilderen Rundweg. Ich muss noch so 2 h unterwegs gewesen sein. Leider habe ich die Wegzeichen übersehen und mich verlaufen, während es immer dunkler wurde. Ich habe mich dann an einem Bach orieniert, von dem ich hoffe, das es der sei, der hinter dem Hotel entlang floss. Leider endete der Trampelpfad in einem dichten Unterholz. Ich betete zu Gott, dass er mich noch einmal führen möge. Ich ging ein Stück zurück und sah plötzlich eine kleine Lücke im Gestrüb. Nachdem ich nur da durchgequetscht hatte, landete ich direkt vor einem Wegzeichen des Rundwegs. Keine Viertelstunde später schloss ich mein Hotelzimmer auf.

Für alle Nicht-Gläubigen klingt diese Erzählung wohl so, als wäre ich eher ein Fall für die Psychiatrie. Das kann man so sehen, aber für mich zeigt dieses Erlebnis, dass man Gott auf jedem Weg begegnen kann, wenn man es zulässt.

Daher muss ich mein Zitat von oben nun abwandeln und damit schließen:

Und manchmal bin ich auch Gott begegnet.

Foto – Die Spinne steckt im Detail

Ich sollte es vielleicht vorab sagen: Ich mag keine Spinnen. Ich bekomme jedes Mal einen Riesenschreck, wenn ich eine sehe. Ein Riese ist diese hier nicht. Es ist eine Veränderliche Krabbenspinne, gerademal wenige Millimeter groß. Sie krabbelte über meinen Mantel, als Jule sie zunächst erschoss und dann um die Ecke nach draußen brauchte.

Island 2018 – Tag 8

17.07.2018

Dettifoss, Hafragilsfoss, Selfoss und Ásbyrgi

Oder: 3 Wasserfälle, 1 Schlucht & endlich Sonne

Wanderung mit drei Wasserfällen und einer Überraschung

Morgens waren wir zum Dettifoss, dem mächtigsten Wasserfall Europas, gefahren, um von dort aus zu unserer spektakulärsten Wanderung zu starten. Doch zunächst machte uns der Wasserfall gehörig nass.

Nachdem wir der Aussichtsplattform, die wohl erweiterte werden sollte, und der Gischt entkommen waren, ging es zunächst über ein graues Lavafeld. Nur die gelben Stöcke zeigten uns, wo es langging. Durch schwarzen Sand stiegen wir in ein altes Flussbett, dem Sanddalur, hinab.

Das Sanddalur ist ein ehemaliges Flußbett der Jökulsá á Fjöllum, der heute den Dettifoss speißt. Hier ereigneten sich gewaltige Gletscherläufe, die die Schluchten schufen. Die Wände der Schluchten bilden Basaltsäulen, die wie Orgelpfeifen aussehen. Auch wenn dieses Flussbett einen guten Eindruck von den Gewalten des Wasser vermittelt, so mussten wir doch irgendwie wieder hinaus auf das Lavafeld. Die gelben Stöcke zeigten uns, was die isländische Version einer Treppe ist. Ohne Zuhilfenahme der Hände ging hier gar nichts.

Die sollten wir heute allerdings noch öfters brauchen. Doch zunächst ging es am Rand der Schlucht weiter. Uns begleitete ein kleiner Vogel, ein Heiðlóa (goldener Regenpfeifer) mit seinem charakteristischem „Tschiiiiep“.

Nach dem Abstieg in die Hafragil-Klamm machten wir an deren Fuß eine Pause. Den nächsten Wasserfall konnten wir bereits hören. Seine Gischt hatten wir bereits vom Rand der Schlucht gesehen. Wasser trat hier klar aus einigen Quellen aus. Bevor es sich mit dem hellem, sedimenthaltigem Wasser der Jökulsá á Fjöllum vereinigt, fließen beide Ströme sichtbar nebeneinander her, was zu tollen Farbeffekten führt.

Nach unserem Aufbruch stand uns eine große Hürde ins Haus. Eine große Geröllhalde, über diese sich Orgelpfeifen aus Basalt türmten, galt es zu überwinden. Wieder leisteten unsere Hände gute Dienste.

Das nächste Zwischenziel war der Hafragilsfoss. Seine Gischt ist grauweiß vom vielem Sediment, das der Fluss transportiert. Absolut fasziniert beobachteten wir die stürzenden Wassermassen.

Durch eine Feuchtwiese ging es weiter. Unsere Rundwanderung war fast beendet. Jedoch kam hinter der nächsten Geröllhalde noch eine sehr spezielle Überraschung.

Denn… Irgendwie mussten wir auch aus der Schlucht wieder raus und zurück zum Dettifos. Hier gab es nur steile Wände mit Basaltsäulen. Wir sahen die gelben Pflöcke, die uns zur Steilwand hinführen. Da sollten wir rauf? Wir schnürten die Rucksäcke fest an den Körper und zogen die Kletterhandschuhe an. Dann zogen wir uns vorsichtig an dem Fixseil aus der Schlucht.

Der Rückweg war nun nur noch Kür. Zurück ging es durch den Sanddalur und über das Lavafeld bis uns die Gischt von Dettifoss wieder durchnässte.

Zum Abschluss statteten wir noch dem Sellfoss einen Besuch ab. Dieser ist vielleicht nicht so beeindruckend wie die Wasserfälle Dettifoss und Hafragilsfoss, dafür ist er hübsch anzusehen. Viele kleine Wasserfällen bilden ein nettes Schauspiel.

Unser Tag war noch nicht beendet. Wir fuhren weiter nach Ásbyrgi gen Norden. Die „Hufeisenschlucht“ wollten wir nicht verpassen.

Sonne in der Ásbyrgi-Schlucht

Auf dem Parkplatz des Besucherzentrums von Ásbyrgi schien uns die Sonne ins Gesicht, als wir um kurz vor 18:00 Uhr ankamen. Wir konnten es kaum glauben. Für eine ausgedehnte Wanderung war es zu spät und wir waren zu müde. Also brachte uns unser Auto in das Zentrum der „Hufeisenschlucht“.

Wir liefen zu einem Teich und erklommen eine Felswand und genossen das Spiel von Licht und Schatten in vollen Zügen.

Hverfjall im Sonnenschein – endlich!

Von Ásbyrgi fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein zurück Richtung Myvatn. Der Sonnenschein hielt an und beschied uns ein paar tolle letzte Blick auf den See und den Krater Hverfjall. Hier entstand auch unser Bannerbild. Mit diesen versöhnlichen Sonnenstrahlen auf dem Gesicht packten wir unsere Sachen zusammen, denn morgen sollte unser Hochlandabenteuer beginnen.

Regen und Kälte war das beherrschende Thema der ersten Hälfte unseres Islandurlaubs. Mit ein paar Sonnenstrahlen verabschieden wir uns in die zweite Hälfte. Mal sehen, mit welchen Wetterkapriolen und unglaublichen Landschaften uns Island noch überraschen wird…

22:41 h
Island: 22:42 h

Wanderung um das Zonser Grind

30.01.2022

Vor zwei Wochen hatten wir die Wandersaison mit unserer Wanderung im Bergischen Land südlich von Ratingen eingeläutet. Da wir Jules Knie noch nicht zu viel zumuten wollen, geht es auch zwei Wochen später eher flach weiter. Dieses Mal habe ich die Umrundung der Zonser Grind herausgesucht. Wer mit dem Begriff „Zonser Grind“ nichts anfangen kann, kann hier die Definition von wikipedia.de kurz nachlesen.

„Zonser Grind ist ein Naturschutzgebiet auf einer Halbinsel am Rhein, nördlich von Zons, bis Stürzelberg, und linksrheinisch gegenüber Düsseldorf-Benrath gelegen. […] Das vom Rhein umfasste Gebiet steht fast vollständig unter Naturschutz und besteht aus gedüngten Mähwiesen und in Reihen stehenden Hybridpappeln, […].“

Wir starten an der Zollfeste Zons und folgen der Rheinschleife bis nach Stürzelberg. Dort haben wir eine besondere Einkehr eingeplant. Zurück geht es dann durch die Zonser Heide. Am Ende wollen wir noch einen Abstecher durch die Zollfeste machen.

Die ursprüngliche Route hatte ich bei Outdooractive.com gefunden. Allerdings habe ich zwei Abschnitte ein bisschen angepasst, damit wir noch an zwei Geocaches vorbeikommen. Außerdem erschien es mir reizvoller durch die Zonser Heide zu laufen. Die Original-Route zieht den Weg an dessen Rand vor. Auch der Abstecher durch die Zollfeste ist ursprünglich nicht vorgesehen.

Hier schon mal die wichtigsten Infos zur Wanderung:

Die Wanderung auf einen Blick

  • Gelaufen am: 30.01.2021
  • Länge: 13,9 km
  • Schwierigkeit: sehr einfach
  • Geschätzte Höhenmeter: 30 Hm (eigentlich gibt es keine Aufstiege. Die höchste Erhebung ist vermutlich die Überquerung des Deiches)
  • reine Gehzeit: 2:37 h
  • gesamte Dauer: 4:23 h (inkl. 1:10h Sushi-Essen)
  • Charakteristik: Sehr einfache, flache Wanderung größtenteils am Rhein entlang. Zwischen Stürzelberg und Zons gibt es ein schönes Waldgebiet mit vielen Trampelpfaden. Untergründe sind meist Feldwege, die an vielen Stellen sehr matschig waren. Einige Kilometer sind aber auch geteert.
  • Quelle: Outdooractive.com „Rund ums Zonser Grind im Rheinbogen“ (wurde aber von mir abgewandelt).

Auf eine Höhenprofil müsst ihr heute verzichten, da ich mein GPS zu früh eingeschaltet hatte und auch unsere Autofahrt im Track enthalten war. Wer genau hinsieht, sieht unten auf der Karte eine graue Linie. Das ist der Weg durch die Zollfeste, der ursprünglich mit einplant war. Gelaufen sind wir die aber dann die rote Linie.

Immer am Rhein entlang – Laufen mit dem Strom

Heute sind wir deutlich früher am Start als vor zwei Wochen. Um 12:25 starten wir. Hier ein Hinweis für Nachmacher: Nehmt 5,- in Münzen mit. Die Parkplätze sind kostenpflichtig und nehmen nur Münzen. Dieser Umstand führte bei uns ein bisschen zur Verzögerungen. Wir müssen warten, bis uns jemand unseren 5€-Schein wechseln kann.

Die Sonne verwöhnt uns heute zum ersten Mal seit Wochen. Es ist zwar etwas bewölkt, aber ich kann sogar Jules Schatten sehen, als sie vor mir geht. Wir werden darauf hingewiesen, dass wir uns in meinem Naturschutzgebiet befinden und dass hier merkwürdige „Fahrzeuge“ den Weg kreuzen.

Wir gehen am Ufer entlang Richtung Norden auf die Rheinfähre zu, die hinüber nach Benrath fährt. Hinter dem Restaurant „Fährhaus“ geht der geteerte Weg in einen Feldweg über. Dieser ist in weiten Teilen ziemlich matschig und wir müssen aufpassen, wo wir hin treten. Da die Strecke sehr einfach ist, haben wir heute unsere Trailrunningschuhe angezogen. Während sich diese Schuhe für Jule bereits zu ihren gewohnten Wanderschuhen entwickelt haben, ist dies für mich noch ungewohnt. Das gilt aber nicht nur für mich. Unser Anblick fällt einer Gruppe auf, die wir überholen. Wir werden zurückgerufen. Der Herr spricht mich zunächst auf meine Crossbag an. Anschließend meint er, dass unsere Schuhe für diese Art des Weges ja völlig ungeeignet sein. Diese Perspektive müssen wir einmal gerade rücken und fangen an, ein bisschen über Trailrunningschuhe und auch sonstiges Gepäck beim Wandern zu erzählen.

Zwar scheint die Sonne, aber wenn man steht, wird es im Wind schnell kalt. Ich möchte gerne zügig weitergehen, so dass wir uns von der kleinen Gruppe loseisen und flott voran ausschreiten. Über lange Zeit gehen wir am Rheinufer entlang. Von hier können wir bis auf die andere Seite gucken. Auch dort sind viele Spaziergänger am Ufer unterwegs. Ein paar Schiffe fahren den Fluss rheinauf- und rheinabwärts.

Als wir das Gelände des Campingplatzes „Pitt Jupp“ erreichen, finden wir diesen jedoch relativ erweist vor. Die Stellplätze der Campingwagen sind zwar gut zu erkennen, doch diese werden im Winter weggefahren, da es sich hier um Überflutungsgebiet handelt. Jedoch hat es bisher in dieser Saison noch keine größeren Überflutungen gegeben. Ein paar Leute sind trotzdem an ihren Plätzen und bereiten schon mal die neue Saison vor.

Am Ende des Campingplatz ist erreichen wir ein seit langem geschlossenes Restaurant. Hier findet man Flutmarken am Klinker, die uns zeigen das ist ja wohl seine Berechtigung hat, dass die Wohnwagen im Winter weggefahren werden.

Während wir ein Stück den Campingplatz durchqueren, entfernen wir uns vom Rhein und laufen nun direkt durch die Pappelreihen. Der Untergrund ist mittlerweile deutlich besser zu gehen, wir sind nun auf Teer unterwegs. Wir sind jetzt seit fast einer Stunde unterwegs und ich bekomme Durst. Direkt am Rhein waren relativ viele Bänke, doch ausgerechnet jetzt, wo ich gerne eine Pause hätte, ist mal wieder keine in Sicht. Allerdings können wir in einiger Entfernung einige Stümpfe von abgesägten Bäumen ausmachen. Diese peilen wir jetzt an und packen dort den Rucksack aus. Die Sonne und die Pappeln bieten uns ein bezauberndes Schauspiel aus Licht und Schatten.

Als wir gerade unseren heißen Tee getrunken haben, erscheint am Horizont die Gruppe, die uns vorher angesprochen hatte. Der Trupp hat uns inzwischen fast wieder eingeholt. Wir satteln auf und gehen weiter. Jetzt führt uns unser Weg Richtung Stürzelberg.

Am Ortseingang von Stürzelberg treffen wir auf den Dorfanger, der sich gegenüber vom Gasthof „Vater Rhein“ befindet und von der Deichmauer begrenzt wird. Hier befindet sich das Treideldenkmal, der Wappenbaum der Gewerke sowie ein Ehrenmal für die Gefallenen. Gegenüber an der Kirche staune ich über einen blühenden Baum. Zur Erinnerung: Wir haben Ende Januar. Verrückt! Der Winter ist viel zu mild gewesen.

Nach dem Besuch des Dorfplatzes verlassen wir den ursprünglichen Track. Statt direkt in den Ort hinein, gehen wir noch ein wenig länger am Rhein entlang. Wir wollen noch einen weiteren Rhein-Aussichtspunkt aufsuchen, da hier ein Geocache versteckt sein soll. Leider ist unsere Suche erfolglos. Trotzdem war der Abstecher nicht umsonst. Denn wir haben einen tollen Blick auf den Rhein und auf die Kanada-Gänse, die sich hier auf den Rheinwiesen tummeln. Mit vom Suchen kalten Händen, ziehen wir nach Stürzelberg hinein.

Hier haben wir etwas Besonderes geplant: Vor einigen Jahren haben wir durch Zufall hier ein tolles Sushi-Restaurant entdeckt. Schon seit ewigen Zeiten haben wir uns vorgenommen, dass wir hier noch einmal essen gehen. Heute ist es endlich soweit und wir freuen uns auf eine große Portion Sushi. Tatsächlich ist das Restaurant genauso hervorragend wie wir es in Erinnerung haben. So etwas Leckeres habe ich bis jetzt kaum gegessen. Es fällt uns richtig schwer, die Wanderung fortzusetzen. Daher gönnen wir uns jeweils noch eine kleine Nachspeise. Aber es hilft leider nichts, wir müssen weiter.

Als wir uns wieder auf den Weg machen, geht es parallel zu Hauptverkehrsstraße aus Stürzelberg heraus. Der Weg ist zum Glück durch einen kleinen Wall mit Bäumen von der Straße getrennt. Als wir die offenen Felder erreichen, verwöhnt uns die tiefstehende Sonne mit einem spektakulären Schauspiel.

Wir erreichen den Rand der Zonser Heide. Es handelt sich hier um ein kleines Waldstück, das von Trampelpfaden durchzogen wird. Im ursprünglichen Track wären wir auf dem Schotterweg außen um den Wald herumgelaufen. Ich habe die Strecke jedoch so abgewandelt, dass wir durch den Wald durchlaufen. Und das lohnt sich. Die Pfade sind kaum zu erkennen. Ohne GPS hätten wir den richtigen Pfad kaum unter der dicken Laubschicht gefunden. Ganz in der Wildnis sind wir allerdings nicht. Von Ferne hören wir die Geräusche des Waldspielplatzes. Alleine sind wir auch nicht, denn wir werden von einer Nordic Walkerin überholt.

An den Kiefern fällt uns an den Stämme eine schwarze Verfärbung auf. Hier muss es irgendwann gebrannt haben. Allerdings muss das schon eine Weile her sein, denn der Unterbewuchs ist schon wieder nachgewachsen.

Auf die Brandgefahr werden wir tatsächlich durch ein niedliches Bild hingewiesen – vielleicht zu niedlich.

Am Waldrand entdecken wir ein Trimm-Dich-Gerät. Hier sind Klimmzüge zu absolvieren. Wir wagen es. Während Jule die Sache eher verbissen betrachtet, nehme ich das nicht so ernst und schaffe es trotzdem, mich von Sprosse zu Sprosse zu hangeln. Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, geht es aus dem Wald raus. Schon sehen wir die Häuser von Zons.

Laut Track sind es keine zwei Kilometer mehr bis zum Auto. Ich freue mich schon seit langem, die Zollfeste wiederzusehen. Mein letzter Besuch ist ewig her und ich habe kaum noch Erinnerung an diese Ensemble historischer Gebäude. Allerdings meldet sich Julius Knie, als wir das Wohngebiet erreichen. So sehen wir von unserem Abstecher durch die Zollfeste ab und laufen direkt auf den Parkplatz am Rhein zu. So erreichen wir zügig das Rheintor, das in die Zollfeste hineinführt.

Hier vor dem Rheintor steht ein Modell der Zollfeste, so dass ich zumindest die Altstadt nochmals von oben erleben kann. Am Schild direkt vor dem Torbogen entdecken wir einen Wegweiser für den Jakobsweg. Wir hatten bereits weitere auf unseren Weg am Rhein entlang gesehen, allerdings nur, wenn wir den Blick gewendet haben. Denn wir sind heute von Santiago weggelaufen.

Wenn alles dabei bleibt und sich Julius Knie bis dahin erholt hat, werden wir aber im Juni genau an dieser Stelle wieder stehen und dann werden wir allerdings in die richtige Richtung schauen. Denn wollen wir von der Haustür über Köln durch die Eifel den Jakobsweg bis nach Trier pilgern. Bis nach Santiago werden wir es dieses Jahr wohl kaum schaffen. Wir haben nur zwei Wochen Urlaub. Aber einen Anfang werden wir machen.

Für heute ist unsere Wanderung doch zu Ende. Wir gehen in Ruhe zurück zum Auto. Auf der Fahrt nach Hause schenkt uns die Sonne noch ein letzten Gruß.

Ob wir im Februar noch eine Wanderung schaffen? Da bin ich mir nicht so sicher. Morgen in vier Wochen werden wir bereits im Flugzeug auf die Seychellen sitzen. Das wird zwar eigentlich eher ein Bade- und Erholungsurlaub, aber tatsächlich kann man sogar auf den Seychellen wandern. Ich bin schon sehr gespannt darauf.

Vielleicht werden wir an einem Wochenende noch eine Wanderung unternehmen. Wenn, dann halte ich euch wie immer im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Laufenden.

Wanderung durch die Felder von Homberg und Metzkausen

16.01.2022

Wurde ja mal wieder Zeit für eine Wanderung! Seit ich auf dem Wildnistrail unterwegs war, ist eine ganze Weile vergangen. Jules letzte Wanderung war der Schluchtensteig im August. Und so haben wir kalten Temperaturen zum Trotz uns auf eine kleine Rundwanderung zwischen Homberg und Metzkausen am Rande des Bergischen Landes gewagt. Da Jule sich wegen ihres Knies nicht sicher war, was sie schon wieder schafft, waren die Bedingungen, wie die Wanderung aussehen sollte, von ihr vorgegeben: nicht mehr als 15 km und möglichst flach. Damit fiel die Elfringhäuser Schweiz schon mal raus, obwohl ich dort ein paar echt schöne Touren gefunden hatte. Schließlich fand ich bei Outdooractive.com diese Tour hier: „Zwischen Homberg und Metzkausen„. Diese erfülltt genau die Spezifikationen. Also packten wir am Sonntag morgen einen kleinen Rucksack mit zwei Flaschen Tee, Knackwürstchen und schokolierten Rosinen und ab ging’s nach Homberg.

Hier schon mal die wichtigsten Infos zur Wanderung:

Die Wanderung auf einen Blick

  • Gelaufen am: 16.01.2021
  • Länge: 13,9 km
  • Schwierigkeit: einfach
  • Geschätzte Höhenmeter: 590 Hm (Aufstieg 295 Hm, Abstieg 295 Hm)
  • reine Gehzeit: 2:58 h
  • gesamte Dauer: 3:39 h
  • Charakteristik: Einfache Wanderung durch die Ränder des Bergischen. Bachtäler und landwirtschaftliche Flächen wechseln sich ab. Untergrund: geteerte oder geschotterte Feldwege, z.T. Trampelpfade, die matschig sein können. An sonnigen Tagen an eine Kopfbedeckung denken, es gibt kaum Schatten.
  • Quelle: Outdooractive.com „Zwischen Homberg und Metzkausen„.

Am Schwarzbach entlang

Wir starten spät am Rand des Wohngebietes von Homberg. Es ist bereits 13:15 Uhr. Als wir noch einen Parkplatz suchen, sehen wir einen typischen Neanderlandsteig-Wegweiser. Das deutet auf eine gute Wandergegend hin. Unser Weg fängt auch gleich gut an. Schnell verlassen wir das Wohngebiet und treffen auf einen Dorfteich, wo uns eine Schar Enten bettelnd erwartet.

Wir laufen den Track im Uhrzeigersinn und werden bald zum Golfplatz südlich von Homberg geführt. Tatsächlich sehen wir schon von weitem ein neanderlandsteigtypisches Insektenhotel und beim Näherkommen ein Wanderzeichen. Allerdings folgen wir dem Neanderlandsteig heute nicht, sondern kreuzen die Landstraße und wandern entlang des Schwarzbachtals.

Es geht durch offenes Gelände. Das Bachtal könnte ein Kleinod sein, aber heute im Licht eines grauen Januartags sieht alles ein wenig traurig aus. Da es viel geregnet hat, ist der Weg an vielen Stellen matschig. Wir gehen trotzdem gut gelaunt voran und genießen es einfach, endlich wieder draußen zu sein.

Hinter dem Hof Schrievers, wo man Forellen kaufen kann, geht zum ersten Mal ein Stück bergauf. An einer Weide treffen wir nicht nur auf zwei Schafe und ein sehr dreckiges Pferd, sondern auch auf weitere Wanderer.

Es geht weiter durch Felder, einen Weg, den ich im Sommer wohl nicht laufen möchte. Denn Schatten wäre dann rar. Als wir einen geteerten Feldweg überqueren, stellt sich uns ein Hinternis in den Weg. An dieser Stelle ist der Weg so zugewuchert, dass wir auf das benachbarte Feld ausweichen müssen. Ein Trampelpfad am Feldrand zeigt allerdings überdeutlich, dass wir nicht die ersten sind, die hier ausweichen müssen.

Nach einer Stunde stellt sich das erste Hungergefühl ein. Als wir auf ein Waldstück treffen, entscheiden wir uns für eine kurze Pause. An dieser Stelle sollte eigentlich ein Geocache versteckt sein. Der ist aber leider verschwunden. Als wir gerade unseren Tee auspacken, treffen wir auf eine Frau, die uns weniger Meter weiter zu einem gefällten Baum führt, der sich gut zum Picknicken eignet. Hier am Bach ist es richtig lauschig. Leider haben wir unsere Sitzkissen vergessen, so essen wir im Stehen.

Gut gestärkt nehmen wir die nächsten Kilometer unter die Sohlen. Hier im Wald treffen wir ein weiteres (kleines) Hindernis. Der Weg ist unterspühlt und weggebrochen. Aber mit einem großen Schritt geht es direkt weiter.

Als wir den Wald verlassen, können wir die Häuser von Metzkausen sehen. Wir sind nun im Süden unserer Schleife angekommen. Leider ist unser Track hier ein wenig ungenau. Der möchte, dass wir diagonal über ein bestelltes Feld gehen. Zum Glück entdecke ich eine andere Möglichkeit, die kaum einen Umweg darstellt. Schnell sind wir wieder in der Spur.

Durch die Höfe im Norden von Metzkausen

Wir treffen immer wieder auf vereinzelte Höfe mit bergischer Architektur, die wir direkt durchwandern. In einer Scheunenwand entdeckt Jule ein verlassenes Vogelnest. Ich bin immer wieder überrascht, was es für schöne ländliche Ecken hier gibt. Allerdings werden wir bald daran erinnert, dass wir uns hier auch zwischen Rhein und Ruhr bewegen, einer dicht besiedelsten Gebiete Europas. Nachdem wir die Ratinger Landstraße überquert haben, hören wir die A3 bereits, welche wir gleich unterqueren werden. Hinter dem Gut Schrödersberg, einem großen Pferdehof, erwartet uns die auf einem Wall befindliche Autobahn und der drunter durchführende Tunnel.

Direkt hinter der Autobahn gibt es allerdings eine nette Überraschung. Ein weiteres Mal geht der Weg durch einen Hof hindurch, dessen Haupthaus recht herrschaftlich anmutet. Die Bewohner scheinen allerdings nicht mitgekriegt zu haben, dass Weihnachten bereits seit einem Monat vorbei ist. Weiter hinten sehen wir sehr ungewöhnliche Weihnachtsdeko.

Hinter dem Gutshof kommen wir ins nächste, lauschige Bachtal. Der Hasselbach ist nun an unserer Seite. Als wir wieder auf zwei einzelne Häuser treffen, entscheiden wir, nochmals kurz zu stoppen. Wir haben wohl doch mehr Hunger als erwartet, denn die Packung mit Schokorosinen vertilgen wir fast vollständig. Der kleine Anstieg bringt uns wieder zurück zur A3, drunterdurch und zum nächsten landwirtschaftlichen Hof. Hier werden wir freundlich daraufhingewiesen, dass mit einer besonderen Art Verkehr zu rechnen ist.

Bevor wir erneut die Ratinger Landstraße kreuzen, werden wir dieses Mal bei einem Geocache fündig. Dieser ist sehr ungewöhnlich und wir haben großen Spaß. Als wir wieder aufbrechen, wird das trübe Licht noch trüber. Richtig hell ist es den ganzen Tag nicht geworden, die Wolken bilden eine geschlossene Decke und es ist die ganze Zeit über grau in grau. Aber jetzt wird das Grau etwas dunkler. Regen wird es wohl nicht sein, eher schon die hereinbrechende Dämmerung. Aber wir haben es nicht mehr weit. Ein letzter große Hof. Dieses Mal entdecken wir ebenfalls übriggebleibene Weihnachtsdekoration: ein Lebkuchenhaus mit Zuckerguss aus Baumschaum.

Dann geht es hinab zu Klein- und Groß-Ilbeck. Der Schwarzbach hat während der Flut im Sommer hier ordentlich gewütet. Eine Brücke ist für Autos immer noch unpassierbar, ein Wohnhaus muss komplett unter Wasser gestanden haben und das Bachbett sieht aus, als wäre es mit schwerem Gerät ausgefräst worden. So ist die Jahrhundertflut auch noch nach einem Dreivierteljahr sichtbar.

Unsere Wanderung neigt sich dem Ende zu. Im Tal des Schwarzbaches legen wir die letzten 1,5 km zurück. Bald sehen wir den Ententeich, wo unsere Wanderung begann. Noch ein letzter Anstieg, dann sind wir am Auto. Auf der Rückfahrt über Landstraßen wird es jetzt tatsächlich langsam dunkel.

Eine schöne Tour. Genau richtig für den Einstieg nach einem langem Winter.

Foto – Märchen- oder Gruselschloss

Wer mag in diesem Schloss wohnen? Cinderella oder Graf Zahl? Werden hier Märchen wahr oder muss man sich zu Tode fürchten? Das hängt stark von der Veranstaltung ab, die hier veranstaltet werden. Ihr seht das Schloss Drachenburg bei Königswinter.

Egal, zu welchem Anlass… Das Schloss ist märchenhaft und immer einen Besuch wert.

Island 2018 – Tag 7

16.07.2018

Hverir, Kratersee Víti, Wanderung von Reykjahið zur Grjótagjá und Hverfjall & das Lavafeld von Dimmuborgir

Oder: Viele heiße Quellen, 2 Krater, Trampen auf Isländisch und ein Lavafeld am Abend

Das Solfatarenfeld von Hverir am Námafjall

Am Morgen erkundeten wir das Solfatarenfeld von Hverir im Schatten des Námafjall. Von dieser Seite konnten wir den Aussichtsberg nicht besteigen, also machen wir einen Spaziergang durch das Feld und erklommen an dessen Ende einen Felsen. Vorher machte sich Jule aber noch auf die Suche nach einem Geocache, der ganz in der Nähe des Parkplatzes versteckt war. Mal wieder lag er unter Steinen!

Damit ihr euch unter Hverir was vorstellen könnt, haben wir die Erklärtafeln fotografiert.

Wir spazierten durch das Areal und staunten über Schlammtöpfe und Fumerolen.

Die Streifzug durch Hverir ließ uns glauben, wir seien auf einem anderen Planeten gelandet.

Weiter ging es ein Stück mit dem Auto die Straße hinauf an einem großen geothermalen Kraftwerk vorbei zum Víti-Krater.

Wanderung um den Víti-Krater

Die erste „Wanderung“ diesen Tages entpuppte sich tatsächlich trotz seiner Kürze (2 km) nicht gerade als Spaziergang. Auf Aufstieg am Kraterrand war zwar nicht so steil, aber der Untergrund war lehmig. Wir trugen den halben Weg unter unseren Füßen. So wuchsen wir zwar ein paar Zentimeter in die Höhe, schleppten aber gefühlt pro Fuß einen Zusatzzentner mit, was den Weg sehr beschwerlich machte. Zwar befanden sich viele Fahrzeuge auf dem Parktplatz, doch vermutlich aufgrund der schlechten Wegverhältnisse, waren wir zusammen mit ein paar wenigen anderen Mutigen heute morgen die einzigen, die diese Schlammschlacht auf sich nahmen. Doch der Blick auf das blaue Maar war die Mühe auf jeden Fall wert.

Víti heißt Hölle auf isländisch und ist ein vulkanischer See, genauer gesagt ein Maar, am isländischen Zentralvulkan Krafla. Er entstand 1724 bei einer Dampfexplosion zu Beginn einer ca. fünfjährigen Ausbruchsserie, die man Mývatnfeuer nennt und die bis 1729 andauerte. Der See misst 320 m im Durchmesser und ist etwa 33 m tief.

Hinter dem Víti-Krater befindet sich das Solfatarenfeld Hveragil, wo aus einem Bohrloch geothermale Energie gewonnen wird.

Nach diesem Abstecher fuhren wir zurück zum Besucherzentrum, wo wir die eigentliche große Wanderung des Tages beginnen wollten. Wir hatten einen Anhalter mit an Bord, der sehr erfreut war, mitgenommen zu werden. Vielleicht ein gutes Omen. Denn…

Wanderung von Reykjahlíð zur Grjótagjá und Hverfjall bis nach Dimmuborgir

Diese Wanderung war im Gegensatz zu allen bisher gemachten, eine „One-Way“. Wir starteten zwar am Besucherzentrum von Reykjahlíð, aber am Ende der Wanderung würden auf einen „Lift“ angewiesen sein, um unser Auto einzusammeln. Es regnete in Strömen. Nachdem wir uns im Besucherzentrum entsprechend präpariert hatten, traten wir hinaus und starteten auf einem Trampelpfad durch die niedrigen Birken. Bald schon ging es auf ein offenes Lavafeld, bis wir die Grjótagjá erreichten.

Während wir auf unserem Weg ganz alleine waren, stapelten sich am Höhleneingang die Besucher. Dabei fand ich sie gar nicht so spektulär. Aber dank der Fernsehserie Game of Throne war diese Höhle zu einer Berühmheit geworden. Zusammen mit einer netten Familie suchten wir eine weitere Dose, die Jule nur dank eines Fotos zwischen den Steinen ausmachen konnte. Nachdem wir diesen Spot verlassen hatten und über einen Zaun gestiegen waren, waren wir wiederum verlassen. Allein und schweigend gingen wir ein weiteres Lavafeld.

Das nächste Zwischenziel, den Explosionskrater Hverfjall, hatten wir bereits fest im Blick.

Doch mittlerweile knurrte uns der Magen. Zum Glück fand sich an seinem Fuß nicht nur eine völlig neue (und überteuerte) Toilettenanlage, sondern auch ein Häuschen. Zwar gab es weder Tisch noch Bänke, aber Quinoa-Salat schmeckt auch im Stehen.

Nach diesem Stärken stiegen wir die Kraterwand hinauf. Hilt ich diesen Aufstieg bereits für steil, es war kein Vergleich zu dem Abstieg, der noch kommen sollte.

Von oben erlebten wir zunächst jedoch eine Überraschung. Eine Herde Islandponys wurde am Fuß des Kraters vorbeigetrieben.

Lange konnten wir uns am diesem Anblick nicht erfreuen. Es zog gewaltig. Also stiegen wir dem Kraterrand folgend weiter auf, zum höschten Punkt der Wanderung.

Von dem höchsten Punkt hatten wir bereits einen Blick auf unser Ziel Dimmuborgir geworfen, doch dann sahen wir, wie wir dorthin gelangen sollten. Im Zickzack ging es durch schwarzen Sand nach unten.

Vom Auf und Ab erschöpft, erreichten wir das Lavafeld. Unserer Kräfte beraubt und vom stetigen Nieselregen genervt, konnten wir den bizarren Lavaformationen nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit schenkten.

Wir entschieden, zügig das Besucherzentrum aufzusuchen und anschließend zu unserer Unterkunft zu laufen. Wenn es heute Abend trocken wäre, würden wir nochmals herkommen.

Jule sollte in das Gästehaus gehen. Ich lief vor und versuchte an der Straße eine Mitfahrgelegenheit zu ergattern. Leider hatten die anderen Touristen die Autos so voll wie wir das unsere. Doch tatsächlich – nach 15-20 Minuten – hielt ein Isländer. Weitere 20 Minuten traf ich mit unserem Mietwagen fast zeitgleich mit Jule in unserem Zimmer ein, die Besucherzentrum noch verschnauft hatte.

Abends in Dimmuborgir

Nach dem Abendessen machten wir uns nochmals nach Dimmuborgir auf (dieses Mal mit dem Auto) und spazierten nun mit angemessener Ruhe durch das Lavafeld.

„Bei Dimmuborgir (= dunkle Städte oder dunkle Burgen) handelt es sich um ein Lavafeld und die Überreste eines Lavasees östlich des Sees Mývatn in Island.

Die bizarr geformten Steinformationen des Lavafelds erinnern an verfallene Ruinen von Burgen und Türmen. In der isländischen Mythologie wird Dimmuborgir als Unterkunftsort von Elfen und Trollen gesehen.“

http://www.wikipedia.de
Die Entstehung von Dimmuborgir

So lautet die kurze Beschreibung von Wikipedia. Einige Trolle haben wir tatsächlich gesehen. Unheimlich war es nicht, obwohl wir die einzigen verbliebenen Wanderer in dem Lavafeld zu sein schienen. Der Parkplatz war leer. Das Besucherzentrum war geschlossen. Aber es war auch bereits nach 20 Uhr. In Island um diese Jahreszeit war das aber völlig egal. Denn es war ja hell. Und so erforschten wir das Lavafeld – ganz allein für uns. Wir genossen die Zeit und gaben einigen Felsformationen eigenen Namen.

Damit hatten wir wieder einen verdammt langen und anstregenden Tag in den Knochen. Auch für morgen hatten wir wieder Großes vor. Das könnt ihr nächsten Monat lesen.

Praxistest Regenrock

Im letzten Jahr habe ich für unseren Trekking-Trip auf dem Schluchtensteig im Vorfeld für jeden einen Regenrock genäht. Wie dieses Nähexperiment ablief, könnt ihr hier nachlesen.

Dank des verregneten Sommers kamen unsere neuen Ausrüstungsgegenstände auch direkt zum Einsatz, so dass ich nun vom praktischen Gebrauch ausführlich berichten kann.

Packmaß und Gewicht

links: Regenrock, rechts: Regenhose

Was soll ich dazu schreiben? Hier einfach die nackten Zahlen:

  • Rock aus Tyvek inkl. Packsack: 54 g, Packmaß: 9×3,5×11,5cm
  • Rock aus Dyneema inkl. Packsack: 37 g, Packmaß: 8×2,5x10cm
  • Meine Regenhose inkl. Packsack: 356 g, Packmaß: 11x6x17cm

Noch Fragen?

Anwendung und Tragekomfort

Ein Regenrock ist blitzschnell angezogen. Wenn man ihn griffbereit in der Tasche hat, geht das in unter einer Minute. Und zwar so: raus auf dem Beutel, ausschütteln, Innen- und Außenseite identifizieren, Hüftgurt vom Rucksack lösen, Rucksack am Rücken hochschütteln, um die Hüften legen, zukletten, hinten nach vorne drehen, Gummi zuziehen, weiterlaufen. Rucksack, Schuhe, das kann alles anbleiben. Man muss nicht vorsichtig durch ein Hosenbein steigen oder mit langen Reißverschlüssen kämpfen. Raus, rum, zuziehen, fertig.

Man spürt einen Regenrock kaum. Das Gewicht ist eh gering und es kommt viel Luft rein. Erst wenn man ihn auszieht, merkt man, dass die Oberschenkel auf einmal kühl werden. Aber man schwitzt nicht darin wie in einer Regenhose.

Unsere Regenröcke sind hinten offen. Dadurch ist die Schrittlänge nicht begrenzt und man kann auch klettern. Bei Hinsetzen lege ich bei Schmuddelwetter eh immer ein Sitzkissen unter, also stört mich das nicht. Es gibt aber auch geschlossene Modelle mit Reißverschluss. Dadurch, dass ich ihn vollständig öffnen kann und er ein Rechteck ist, habe ich ihn in der Zeltabside als Unterlage für meinen Rucksack verwendet. Das passt genau. Jules Rock hat zusätzlich Schlaufen und könnte sogar wie eine Plane abgespannt werden.

Design

Naja, über Geschmack lässt sich wohl streiten, aber für mich sieht mein Rock aus Tyvek aus, als hätte ich mir eine Einmaltischdecke für Kirmesbänke um die Hüften geschlungen. Jules Rock in dezentem durchscheinendem Olivgrün macht den Eindruck von einer aufgeschnittenen Mülltüte. Aber wir sind auch nicht auf dem Laufsteg unterwegs, sondern auf Wanderpfaden. Wenn ihr lieber sexy statt trocken rumlaufen wollt, fahrt an die Disko.

Einen Nachteil hat der aus Tyvek aber zugegebenermaßen wirklich: das Weiß wird sehr schnell schmutzig und sieht schnell schmuddelig aus.

Regenschutz

Beim Regenrock geht es nicht ums Aussehen, sondern um den Regenschutz. Den konnten wir auf der 2. Etappe des Schluchtensteigs ausgiebig testen.

Die Oberschenkel werden bei Regen als erstes nass. Das hat jeder schon mal erlebt, der im Regen gelaufen ist. Ein Schirm schützt etwa bis zur Taille, aber die Oberschenkel werden nass. Ein Regenrock verhindert das. Daher sollte er auch min. Knielänge haben. Viel länger bringt aber nicht viel. Dann kann man schlecht laufen. Außerdem werden die Unterschenkel bei einem Regenguss eh kaum nass. Die bekommen nur ein paar Tropfen oder Spritzwasser von den Schuhen ab. Ich persönlich mag die Kombination mit einer Wanderleggings. Da der Rock über dieser weit absteht, bekommen die Unterschenkel auch kaum Tropfwasser ab, das vom Rock abläuft.

Unsere Regenröcke sind hinten offen. Über dem Po liegt das Material doppelt, aber darunter eben nicht. Aber: Die hinteren Oberschenkel werden eh nicht so nass, meist werden sie durch einen Rucksack gut geschützt. Beim Hinsetzen sollte man das aber nicht vergessen, sonst hat man schnell einen nassen Po und Oberschenkel.

Und die Schuhe? Bei dem Regen und den Pfützen, die wir auf dem Schluchtensteig abbekommen haben, kam es auf ein paar Tropfen, die vom Regenrock abtropften, nicht darauf an. Unsere Schuhe waren nass. Ich persönlich meine sogar, dass über die Regenröcke weniger Wasser auf die Schuhe kommt. Mein persönliches Empfinden ist, dass an einer Regenhose das Wasser eher die ganze Strecke bis nach unten zum Saum läuft und dann direkt auf die Schuhe oder gar von diesen direkt aufgenommen wird, da die Regenhose meist die Wanderschuhe bedeckt und auf diesen endet. Dann bleibt vielleicht der Schaft trocken, aber der untere Teil des Schuhe ist irgenwann nass. Willst du komplett trockene Füße, nimm Schuhe mit Membran oder zieh Gamaschen an. Bei Regen werden die Füße irgenwann nass, aber das liegt dann nicht an am Regenrock.

Nachteile

Ja, natürlich, es gibt Nachteile. Ein paar habe ich bereits anklingen lassen. Den größten Nachteil haben die Regenröcke bei Sturm. Dann fangen sie an zu flattern. Kommt der Wind von vorne, ist das nicht so schlimm. Der Rock wird gegen die Beine gepresst. Dann läuft aber viel Regen auf die Unterschenkel ab. Kommt der Wind von hinten oder von der Seite, kann es passieren, dass der ganze Rock hochflattert. Seine Stärken kann der Rock auch nicht bei kalten Nieselwetter ausspielen. Stellen wir uns mal 2-4°C-Tag mit feinem Dauerniesel, der einen vollständig einhüllt und überall hinkriecht, vor. Dann würde ich als Isolator und Feuchtigkeitsschutz eine Regenhose bevorzugen.

Fazit: 5 Sterne für den Regenrock

Bewertung: 5 von 5.

Die Regenröcke waren die besten Ausrüstungsgegenstände, die ich letztes Jahr genäht habe. Bei Regen will ich nichts mehr anderes anziehen. Gerade wenn die Temperaturen über 15°C steigen, sind sie viel luftiger als Regenhosen. Auch bei wechselndem Wetter sind die großartig, den sie sind schnell an- und ausgezogen, was die Gefahr eines Hitzestaus unter den Regenklamotten minimiert. Gewicht und Packmaß sind unschlagbar und auch in der Anschaffung recht günstig. Für den Tyvekrock habe ich weniger als EUR 10,- fürs Material gezahlt, fürs Nähen habe ich gerademal eine Stunde gebraucht.

Wir haben die Regenröcke jetzt immer dabei. Demnächst werden wir sehen, ob ein Regenrock auch die richtige Wahl bei einem Tropenregen ist.