Wanderung durch die Felder von Homberg und Metzkausen

16.01.2022

Wurde ja mal wieder Zeit für eine Wanderung! Seit ich auf dem Wildnistrail unterwegs war, ist eine ganze Weile vergangen. Jules letzte Wanderung war der Schluchtensteig im August. Und so haben wir kalten Temperaturen zum Trotz uns auf eine kleine Rundwanderung zwischen Homberg und Metzkausen am Rande des Bergischen Landes gewagt. Da Jule sich wegen ihres Knies nicht sicher war, was sie schon wieder schafft, waren die Bedingungen, wie die Wanderung aussehen sollte, von ihr vorgegeben: nicht mehr als 15 km und möglichst flach. Damit fiel die Elfringhäuser Schweiz schon mal raus, obwohl ich dort ein paar echt schöne Touren gefunden hatte. Schließlich fand ich bei Outdooractive.com diese Tour hier: „Zwischen Homberg und Metzkausen„. Diese erfülltt genau die Spezifikationen. Also packten wir am Sonntag morgen einen kleinen Rucksack mit zwei Flaschen Tee, Knackwürstchen und schokolierten Rosinen und ab ging’s nach Homberg.

Hier schon mal die wichtigsten Infos zur Wanderung:

Die Wanderung auf einen Blick

  • Gelaufen am: 16.01.2021
  • Länge: 13,9 km
  • Schwierigkeit: einfach
  • Geschätzte Höhenmeter: 590 Hm (Aufstieg 295 Hm, Abstieg 295 Hm)
  • reine Gehzeit: 2:58 h
  • gesamte Dauer: 3:39 h
  • Charakteristik: Einfache Wanderung durch die Ränder des Bergischen. Bachtäler und landwirtschaftliche Flächen wechseln sich ab. Untergrund: geteerte oder geschotterte Feldwege, z.T. Trampelpfade, die matschig sein können. An sonnigen Tagen an eine Kopfbedeckung denken, es gibt kaum Schatten.
  • Quelle: Outdooractive.com „Zwischen Homberg und Metzkausen„.

Am Schwarzbach entlang

Wir starten spät am Rand des Wohngebietes von Homberg. Es ist bereits 13:15 Uhr. Als wir noch einen Parkplatz suchen, sehen wir einen typischen Neanderlandsteig-Wegweiser. Das deutet auf eine gute Wandergegend hin. Unser Weg fängt auch gleich gut an. Schnell verlassen wir das Wohngebiet und treffen auf einen Dorfteich, wo uns eine Schar Enten bettelnd erwartet.

Wir laufen den Track im Uhrzeigersinn und werden bald zum Golfplatz südlich von Homberg geführt. Tatsächlich sehen wir schon von weitem ein neanderlandsteigtypisches Insektenhotel und beim Näherkommen ein Wanderzeichen. Allerdings folgen wir dem Neanderlandsteig heute nicht, sondern kreuzen die Landstraße und wandern entlang des Schwarzbachtals.

Es geht durch offenes Gelände. Das Bachtal könnte ein Kleinod sein, aber heute im Licht eines grauen Januartags sieht alles ein wenig traurig aus. Da es viel geregnet hat, ist der Weg an vielen Stellen matschig. Wir gehen trotzdem gut gelaunt voran und genießen es einfach, endlich wieder draußen zu sein.

Hinter dem Hof Schrievers, wo man Forellen kaufen kann, geht zum ersten Mal ein Stück bergauf. An einer Weide treffen wir nicht nur auf zwei Schafe und ein sehr dreckiges Pferd, sondern auch auf weitere Wanderer.

Es geht weiter durch Felder, einen Weg, den ich im Sommer wohl nicht laufen möchte. Denn Schatten wäre dann rar. Als wir einen geteerten Feldweg überqueren, stellt sich uns ein Hinternis in den Weg. An dieser Stelle ist der Weg so zugewuchert, dass wir auf das benachbarte Feld ausweichen müssen. Ein Trampelpfad am Feldrand zeigt allerdings überdeutlich, dass wir nicht die ersten sind, die hier ausweichen müssen.

Nach einer Stunde stellt sich das erste Hungergefühl ein. Als wir auf ein Waldstück treffen, entscheiden wir uns für eine kurze Pause. An dieser Stelle sollte eigentlich ein Geocache versteckt sein. Der ist aber leider verschwunden. Als wir gerade unseren Tee auspacken, treffen wir auf eine Frau, die uns weniger Meter weiter zu einem gefällten Baum führt, der sich gut zum Picknicken eignet. Hier am Bach ist es richtig lauschig. Leider haben wir unsere Sitzkissen vergessen, so essen wir im Stehen.

Gut gestärkt nehmen wir die nächsten Kilometer unter die Sohlen. Hier im Wald treffen wir ein weiteres (kleines) Hindernis. Der Weg ist unterspühlt und weggebrochen. Aber mit einem großen Schritt geht es direkt weiter.

Als wir den Wald verlassen, können wir die Häuser von Metzkausen sehen. Wir sind nun im Süden unserer Schleife angekommen. Leider ist unser Track hier ein wenig ungenau. Der möchte, dass wir diagonal über ein bestelltes Feld gehen. Zum Glück entdecke ich eine andere Möglichkeit, die kaum einen Umweg darstellt. Schnell sind wir wieder in der Spur.

Durch die Höfe im Norden von Metzkausen

Wir treffen immer wieder auf vereinzelte Höfe mit bergischer Architektur, die wir direkt durchwandern. In einer Scheunenwand entdeckt Jule ein verlassenes Vogelnest. Ich bin immer wieder überrascht, was es für schöne ländliche Ecken hier gibt. Allerdings werden wir bald daran erinnert, dass wir uns hier auch zwischen Rhein und Ruhr bewegen, einer dicht besiedelsten Gebiete Europas. Nachdem wir die Ratinger Landstraße überquert haben, hören wir die A3 bereits, welche wir gleich unterqueren werden. Hinter dem Gut Schrödersberg, einem großen Pferdehof, erwartet uns die auf einem Wall befindliche Autobahn und der drunter durchführende Tunnel.

Direkt hinter der Autobahn gibt es allerdings eine nette Überraschung. Ein weiteres Mal geht der Weg durch einen Hof hindurch, dessen Haupthaus recht herrschaftlich anmutet. Die Bewohner scheinen allerdings nicht mitgekriegt zu haben, dass Weihnachten bereits seit einem Monat vorbei ist. Weiter hinten sehen wir sehr ungewöhnliche Weihnachtsdeko.

Hinter dem Gutshof kommen wir ins nächste, lauschige Bachtal. Der Hasselbach ist nun an unserer Seite. Als wir wieder auf zwei einzelne Häuser treffen, entscheiden wir, nochmals kurz zu stoppen. Wir haben wohl doch mehr Hunger als erwartet, denn die Packung mit Schokorosinen vertilgen wir fast vollständig. Der kleine Anstieg bringt uns wieder zurück zur A3, drunterdurch und zum nächsten landwirtschaftlichen Hof. Hier werden wir freundlich daraufhingewiesen, dass mit einer besonderen Art Verkehr zu rechnen ist.

Bevor wir erneut die Ratinger Landstraße kreuzen, werden wir dieses Mal bei einem Geocache fündig. Dieser ist sehr ungewöhnlich und wir haben großen Spaß. Als wir wieder aufbrechen, wird das trübe Licht noch trüber. Richtig hell ist es den ganzen Tag nicht geworden, die Wolken bilden eine geschlossene Decke und es ist die ganze Zeit über grau in grau. Aber jetzt wird das Grau etwas dunkler. Regen wird es wohl nicht sein, eher schon die hereinbrechende Dämmerung. Aber wir haben es nicht mehr weit. Ein letzter große Hof. Dieses Mal entdecken wir ebenfalls übriggebleibene Weihnachtsdekoration: ein Lebkuchenhaus mit Zuckerguss aus Baumschaum.

Dann geht es hinab zu Klein- und Groß-Ilbeck. Der Schwarzbach hat während der Flut im Sommer hier ordentlich gewütet. Eine Brücke ist für Autos immer noch unpassierbar, ein Wohnhaus muss komplett unter Wasser gestanden haben und das Bachbett sieht aus, als wäre es mit schwerem Gerät ausgefräst worden. So ist die Jahrhundertflut auch noch nach einem Dreivierteljahr sichtbar.

Unsere Wanderung neigt sich dem Ende zu. Im Tal des Schwarzbaches legen wir die letzten 1,5 km zurück. Bald sehen wir den Ententeich, wo unsere Wanderung begann. Noch ein letzter Anstieg, dann sind wir am Auto. Auf der Rückfahrt über Landstraßen wird es jetzt tatsächlich langsam dunkel.

Eine schöne Tour. Genau richtig für den Einstieg nach einem langem Winter.

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